„Wollen Sie die Einheit – oder nicht?“ heißt das Buch von Matthias Gehler, das am Samstag, 28. September 2024 im Grenzlandmuseum Eichsfeld vorgestellt wird. Darin schildert der Autor seine Erfahrungen als Regierungssprecher der ersten und zugleich letzten frei gewählten DDR-Regierung im Jahr 1990. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten.
Matthias Gehler gehörte zwischen der demokratischen Volkskammerwahl am 18. März 1990 und dem Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 zum engen Kreis um Ministerpräsident Lothar de Maizière und war Teilnehmer intensiver Debatten und vertraulicher Runden in Ost-Berlin, Bonn, Moskau und New York.
In der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum spricht der spätere Chefredakteur von MDR Thüringen über seinen kurzzeitigen Ausflug in die Politik und über die Arbeit der frei gewählten DDR-Volkskammer, die in nur einem halben Jahr insgesamt 164 Gesetze auf den Weg brachte.
Matthias Gehler hat für das Buch in seinen Unterlagen recherchiert und sich auf eine Zeitreise in das Jahr der Wiedervereinigung begeben. Da er sich als Pressesprecher akribisch Notizen machte, konnte er die meisten Gespräche wortwörtlich rekonstruieren und im Buch wiedergegeben. Er schildert sehr lebendig die Vorgänge hinter den Kulissen und die Einflussnahme der „Berater“ aus dem Westen. Und er berichtet auch selbstkritisch von der Naivität und Blauäugigkeit, die auf der DDR-Seite vorherrschte.
Anmeldung unter 036071 – 97112 oder per Mail unter info@grenzlandmuseum.de ist aufgrund begrenzter Kapazitäten erforderlich.
An einem Büchertisch der Buchhandlung Seseke aus Duderstadt kann das Buch vor Ort erworben werden.
Zum Hintergrund:
Die Buchvorstellung findet im Rahmen eines dreitägigen Seminars des Politischen Bildungsforums der Konrad-Adenauer-Stiftung Thüringen statt. Das Thema des Seminars lautet „35 Jahre nach der Friedlichen Revolution: Nachhaltigkeit als historische und aktuelle Verpflichtung“.
Weitere Informationen zu Matthias Gehler:
Matthias Gehler, geboren 1954 in Crimmitschau, gelernter Elektriker, Theologiestudium von 1975 bis 1980. Danach Pfarrer, seit 1987 journalistisch tätig und als Liedermacher in der DDR unterwegs. 1990 Berufung als Regierungssprecher und somit Chef von Angela Merkel. Nach dem Ende der DDR im Beraterstab des Rundfunkbeauftragten für die neuen Bundesländer und maßgeblich an der Etablierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Osten beteiligt. Ab November 1991 arbeitete er beim MDR Thüringen als Chefredakteur der Radio-, Fernseh- und Online-Programme und nahm Lehraufträge an der Universität Erfurt wahr.
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