30 Jahre Deutsche Einheit – Programm der vier Eichsfeld-Städte, des Grenzlandmuseums und des HVE

Der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit wird im Grenzlandmuseum Eichsfeld und in den vier Eichsfeld-Städten mit Ausstellungen, Führungen, Wanderungen und Filmvorführungen gefeiert. Vertreter*innen aus Duderstadt, Dingelstädt, Leinefelde-Worbis und Heiligenstadt, dem Landkreis Eichsfeld, dem HVE und der Kirchengemeinden stellten das Programm vor.

(Titelbild: Horst Dornieden, Rüdiger Eckart, Mira Keune, Michael Groß, Natalie Hünger, Ute Morgenthal, Christina Abel, Horst Bonitz und Werner Henning, v.l.)

 

Der Flyer liegt in den Rathäusern und an öffentlichen Stellen aus.

 

Nach den Grußworten des Vorsitzenden des Trägervereins des Grenzlandmuseums Eichsfeld Horst Dornieden stellten die Vertreter der Gemeinden ihre Veranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit 2020 vor. Auftakt ist der ökumneische Gottesdienst in der Basilika St. Cyriakus in Duderstadt. Christina Abel von der evangelischen Kirchengemeinde St. Servatius in Duderstadt betonte, dass alle Eichsfelder Kirchen am 3. Oktober ab 10 Uhr für 10 Minuten ihr Geläut hören lassen. Der Gottesdienst beginnt dann um 10.10 Uhr und wird per Livestream bei kirche-duderstadt.de übertragen. „Wir bedauern natürlich, dass wegen der Corona-Pandemie nicht alle öffentlich daran teilnehmen können“, sagte Christina Abel. Jede Stadt hat ein Kontingent an Karten erhalten, um die Teilnehmerzahl in der Basilika zu beschränken.

 

Christina Abel (2.v.r.) erklärt die Maßnahmen zum Gottesdienst

 

Für Duderstadt stellte der Kulturbauftragte Horst Bonitz das Programm vor, für Dingelstädt der Vewaltungsleiter Michael Groß, für Heiligenstadt Rüdiger Eckart vom Bürgerbüro, und für Leinefelde-Worbis Natalie Hünger vom Fachamt Tourismus und Kultur. Mira Keune, Leiterin des Grenzlandmuseums, erläuterte die Veranstaltungen am Museum. Stündliche Führungen und die beiden Filmveranstaltungen als zweiter Part der Film- und Gesprächsreihe „Ausbruch, Durchbruch, Umbruch“ sind unter entsprechenden Corona-Bedingungen geplant. Die Verbindungen der beiden Landkreise Eichsfeld und Göttingen erläuterte Landrat Werner Henning (Landkreis Eichsfeld).

Ute Morgenthal, Geschäftsführerin des HVE Eichsfeld Touristik e. V., brachte druckfrisch die Programm-Flyer zum 30. Tag der Deutschen Einheit mit, in denen die Veranstaltungen aller vier Städte und des Grenzlandmuseums, auch in Kooperation mit der Heinz-Sielmann-Stiftung aufgeführt sind. Ein wesentlicher Ideengeber des gemeinsamen Auftritts des thüringischen und niedersächsischen Eichsfelds war zudem Wolfgang Nolte, zweiter Vorsitzender des Trägervereins des Grenzlandmuseums. Die Flyer werden in den Rathäusern, im Museum und an öffentlichen Stellen ausgelegt.

 

Mira Keune und Gregor Sander begrüßen die Gäste beim Open-Air-Kino

 

Um an die Umstände und Nachwirkungen der jüngeren deutschen Geschichte zu erinnern, ist das zweite Halbjahresprogramm 2020 des Grenzlandmuseums bereits angelaufen. Am 11. und 12. September wurden zwei aktuelle Filme mit historischem Hintergrund in einem Open-Air-Kino am Beobachtungsturm am Grenzlandweg gezeigt. „Was gewesen wäre“ – Die Verfilmung (Premiere 2019) des gleichnamigen Romans von Gregor Sander war der Auftakt unserer Film- und Gesprächsreihe „Ausbruch, Durchbruch, Umbruch“ vor dem Beobachtungsturm am Grenzlandweg. Mit dem Weitblick über das niedersächsische und thüringische Eichsfeld und auf das Grüne Band hatte der historische Ort eine besondere Atmosphäre für ein Open-Air-Kino. Die Gäste kamen mit Klappstühlen, Decken und Picknick-Utensilien.

 

Die Zuschauer versammeln sich am Grenzlandweg auf dem Pferdeberg bei Duderstadt

 

Da Gregor Sander auch das Drehbuch zur Romanverfilmung geschrieben hatte, konnte er ein paar Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Films geben. Schwierig sei es gewesen, 30 Jahre nach der Grenzöffnung die Szenen zu einer DDR zu filmen, die nicht mehr existierte. Noch schwieriger sei es allerdings gewesen, ein West-Berlin aus den 80-ern zu filmen, erzählte der Autor.

 

„Was gewesen wäre“ auf der Leinwand

 

Am zweiten Abend wurde der Film „Ballon“ gezeigt, und als Gast begrüßte Patrick Hoffmann, Historiker am Grenzlandmuseum, Günter Wetzel, dessen Flucht aus der DDR mit dem selbstgebauten Heißluftballon im Jahr 1979 Grundlage für die spannende Verfilmung aus dem Jahr 2018 war.

 

Patrick Hoffmann (links) im Gespräch mit Günter Wetzel (Foto Grenzlandmuseum Eichsfeld)

 

Seine reale Republikflucht mit dem Ballon, die Angst und Zweifel, Überwachung der Stasi und den enormen Druck, unter dem die Familie bei dem gefährlichen Unterfangen stand, schilderte Günter Wetzel eindrucksvoll dem Publikum. Gefördert wurde das Open-Air-Kino als bildungspolitische Veranstaltung von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

Der Film „Ballon“ auf der Leinwand (Foto Grenzlandmuseum Eichsfeld)

 

Die beiden Open-Air-Veranstaltungen waren der Auftakt der Film- und Gesprächsreihe „Ausbruch, Durchbruch, Umbruch“. Der zweite Part dieser Reihe wird am 3. und 4. Oktober in der Bildungsstätte des Grenzlandmuseums gezeigt: Der Filmpublizist Ralph Eue präsentiert am Samstag um 16 Uhr den Dokumentarfilm „Novembertage“ des preisgekrönten Regisseurs Marcel Ophüls. Am Sonntag, ebenfalls um 16 Uhr, läuft „Fritzi – eine Wendewundergeschichte“, wobei ein Mitarbeiter des Filmteams erzählen wird, wie aus dem Kinderbuch ein Trickfilm geworden ist.

Bereits angelaufen ist das Einheits-Quiz des Grenzlandmuseums. Bei den Antworten auf 10 Fragen ergibt sich ein Lösungswort. Zu gewinnen gibt es eine Ballonfahrt über das Eichsfeld. Start des Ballons ist am 3. Oktober um 15 Uhr am Grenzlandweg.

Der dritte Teil der Film- und Gesprächsreihe – „Umbruch“ – startet am 25. November um 18 Uhr in der Bildungsstätte. Der Bürgerrechtler und heutige Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen Roland Jahn stellt seine TV-Reportagen über die Aufarbeitung der SED-Diktatur vor.

Am 10. Dezember sind die beiden Filmemacher Falko Korth und Thomas Riedel zu Gast in der Bildungsstätte. Sie geben Einblicke in ihre Dokumentarfilme zur deutsch-deutschen Geschichte und sprechen über die Rolle von Fernsehen in der Erinnerungskultur. Beginn ist um 18 Uhr

 

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