Vor 75 Jahren endete in Duderstadt der Zweite Weltkrieg – Und was haben wir aus der Geschichte gelernt?

Frühjahr 1945. Deutschland bekam die Rechnung. Millionen Tote, Völkermord, Massenhinrichtungen, Verschleppungen, Zerstörung, Verluste und unendliches Leid – all das hatten das Nazi-Regime und jene, die es geduldet haben, zu verantworten. Das Ende vom Größenwahn „Deutschland über alles“ war die komplette Zerstörung des eigenen Landes in nur sechs Jahren. Angefangen hatte das Drama mit Parolen, Überheblichkeit, mit der eigenen Abgrenzung aus der Völkergemeinschaft und mit der Ausgrenzung aller, die nicht ins eigene Weltbild passten.
Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, am 8. Mai 1945 kapitulierte das Deutsche Reich.
Wie sahen die letzten Kriegstage im Eichsfeld aus?

Duderstadt, 9. April 1945: In den Straßen lag eine gespenstische Ruhe an diesem sonnigen Frühlingsmorgen. Umso deutlicher waren die Salven der Maschinengewehre aus Richtung Westerode zu hören. So beschreibt der Kampfkommandant Roman Link den letzten Kriegstag in Duderstadt vor 75 Jahren in seinen handschriftlichen Aufzeichnungen.

Die Menschen hatten sich in den Wohnungen und Kellern verschanzt. Manche hatten weiße Laken aus den Fenstern gehängt, als Zeichen der Kapitulation. Das Ende des Zweiten Weltkriegs nahte mit dem Vormarsch der Alliierten. Doch was bedeutete das für die Bevölkerung?

Die Angst war seit Monaten allgegenwärtig.
Täglicher Fliegeralarm unterbrach den Alltag im Frühjahr 1945 und trieb Kinder und Erwachsene in die Schutzräume. Man wusste, dass in den Polte Werken am Euzenberg Munition hergestellt wurde, und dass Duderstadt damit ein strategisches Ziel der Alliierten sei, erzählte der Geschäftsmann Karl-Heinz-Rode (Jahrgang 1930) in einem Interview 2014. Die amerikanischen Lightening-Jagdbomber haben am 19. Februar 1945 den Zug auf der Strecke Duderstadt-Wulften bei Rollshausen beschossen. Der Lokführer und der Heizer wurden verwundet. Aber Duderstadt hatte bisher Glück und blieb von den Bomben der Tiefflieger verschont.

 

Luftangriffe der Jagdbomber waren gefürchtet (Foto Wikipedia)

 

Man fürchtete jedoch nicht nur die Luftangriffe der Alliierten, sondern auch die Durchhalteparolen der Verantwortlichen für diesen Krieg und die Todesurteile für alle, die aufgeben wollten. „Lieber tot als Sklave“ forderte Gauleiter Hartmann Lauterbacher in der Südhannoverschen Zeitung noch am 7. April 1945. Darin hieß es auch „Kein politischer Leiter, kein Parteigenosse wird weichen. …“ Zu diesem Zeitpunkt war seine eigene Flucht längst geplant. Lauterbacher setzte sich vor dem Eintreffen der Alliierten in Richtung Harz ab, ebenso wie der NS-Kreisleiter Schuhmacher.

 

 

Kranke, Alte und Jugendliche wurden von den Nazis rekrutiert, um als „Volkssturm“ in einem irrsinnigen letzten Versuch die Alliierten aufzuhalten. Dazu kamen die Nachrichten ausländischer Sender, die Erzählungen der Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten und die Andeutungen der beurlaubten Soldaten: über Hinrichtungen, über die völlige Zerstörung der deutschen Großstädte, über Viehwaggons voller Menschen und Massenvernichtung in den KZs. Man wusste auch im Eichsfeld, dass es beim Sieg der Alliierten nicht gut aussähe für die Deutschen.

 

Mit Greisen und Kindern im Volkssturm sollten die Alliierten aufgehalten werden. (Foto Bundesarchiv, Falkowski)

 

Duderstadt war von der allgegenwärtigen Zerstörung noch verschont geblieben. Dennoch war der Krieg längst in jedem Dorf und in jeder Familie angekommen. Trauer über den Verlust von Angehörigen, Sorge um Vermisste an der Front, Existenzängste, Inflation und Entbehrungen beherrschten den Alltag. Nicht alle waren im Parteibuch der NSDAP eingetragen, nicht alle sympathisierten mit den Nazis. Dennoch hatten viele damals gejubelt, als Hitler 1933 an die Macht kam. Sie erhofften sich Wohlstand, sichere Arbeitsplätze und auch eine Rehabilitation des deutschen Ansehens nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg. Viele haben klein beigegeben, wenn es darum ging, entweder zum Mitläufer zu werden – oder durch Repressalien der Nazis seine Existenzgrundlage zu verlieren.

 

Die Druckerei Wagner in der Duderstädter Marktstraße machte keinen Hehl aus der politischen Sympathie. (Foto: Sammlung Hövener)

 

Die Jugend ließ sich beeindrucken von Wanderungen und Zeltlagern beim Jungvolk und in der Hitlerjugend. Andere Freizeitangebote gab es damals kaum. Ziel der NSDAP war, den Nachwuchs frühzeitig zu manipulieren. Eine Großmacht sollte über Jahrzehnte aufgebaut werden, die andere Völker und Kulturen ausgrenzte, das vermeintlich Deutsche über alles stellte und die Definition für „deutsch“ auch selbst bestimmte. Schnell konnte ein jeder plötzlich als „nicht deutsch genug“ gelten und wurde selbst zum Verfolgten.

Im Frühjahr 1945 war Duderstadt so voll wie nie zuvor.
Rund 8000 Flüchtlinge, 3200 Evakuierte, darunter viele Kinder und Waisen, die aus den zerstörten Städten aufs Land geschickt wurden, und 1000 ausländische Kriegsgefangene wurden den rund 6600 Einheimischen zugeteilt. Wildfremde Menschen mussten sich den engen Wohnraum und die knappe Nahrung teilen. Jedoch sah die Versorgungslage im ländlichen Gebiet, wo die Lebensmittel größtenteils noch selbst erzeugt wurden, etwas besser aus als in den zerbombten Städten. „Wo vorher Blumen in den Gärten standen, bauten die Leute Kartoffeln an“, hatte Karl-Heinz Rode das letzte Kriegsjahr beschrieben.

Das Krankenhaus St. Martini war längst überfüllt, weitere Lazarette wurden in der katholischen Volksschule, im Gymnasium, im Ursulinenkloster und im „Haus der Jugend“ eingerichtet. Auch in Gieboldehausen wurden die Grundschule und das Jugendheim in der Marktstraße zum Lazarett.

 

Im Jugendheim in Gieboldehausen wurde ebenfalls ein Reserve-Lazarett eingerichtet, um die zahlreichen Verwundeten zu versorgen (Sammlung Bode)

 

Die Situation war für alle äußerst spannungsgeladen. Was die Flüchtlinge aus den Ostgebieten erzählten, war keineswegs beruhigend: Die Rote Armee rächte sich für die Gräueltaten der deutschen Wehrmacht in Russland. Nun rückte sie als Streitmacht der Alliierten näher. Und auch die Amerikaner und Engländer waren im Anmarsch.

Dass man Schuld auf sich geladen hatte, wusste man auch im Eichsfeld.
755 Jüdinnen, die in der Polte-Munitionsfabrik am Euzenberg, einer Außenstelle des KZs Buchenwald, Zwangsarbeit leisten mussten, waren nicht unsichtbar. Bereits im November 1944 waren 750 Frauen, die aus Ungarn, Polen und Tschechien stammten, vom KZ Bergen-Belsen nach Duderstadt gebracht worden, wo sie vom Bahnhof in einer großen Kolonne zum Polte Werk marschieren mussten. Fünf weitere Frauen aus Bergen-Belsen folgten im Januar 1945. Als man davon hörte, dass die Amerikaner auf dem Weg nach Südniedersachsen waren, sollten Spuren beseitigt werden und den Alliierten keine Munitionsfabrik in die Hände fallen. Das Polte Werk sollte gesprengt werden. Die Jüdinnen wurden am 5. April 1945 in Bussen abtransportiert, in Seesen in Viehwaggons gesteckt und nach Theresienstadt gebracht. Dort kamen sie erst am 26. April an und wurden dann Anfang Mai von den Russen befreit.

 

„Die Geknechtete“, eine Skulptur des Bildhauers Bernd Frerix, erinnert an die Jüdinnen, die am Euzenberg in der Außenstelle des KZs Buchenwald arbeiten mussten. Die Skulptur steht am Obertorteich in Duderstadt.

 

Weitere Zivilarbeiter und Kriegsgefangene im Eichsfeld ersetzten in vielen Arbeitsbereichen, in der Landwirtschaft, im Handwerk, im Straßenbau, in der Forst, im Gesundheitswesen und in den Fabriken, die fehlenden Kräfte. Die meisten männlichen Deutschen kämpften als Soldaten an der Front, waren verwundet oder gefallen. Die Fremdarbeiter aus Polen, den Niederlanden, Frankreich und Italien sollten nun die deutsche Wirtschaft irgendwie fortbestehen lassen. Die ausländischen Frauen wurden in Fabriken, auf den Höfen und in den Haushalten zur Arbeit gezwungen.

Eine umfassende Studie mit einer Dauerausstellung zum Thema „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit / Südniedersachsen 1939 – 1945“ hat die Geschichtswerkstatt Göttingen in Kooperation u. a. mit der Geschichtswerkstatt Duderstadt im Jahr 2010 veröffentlicht.
Darin erzählt die ehemalige Zwangsarbeiterin Bronislawa Haluch, die von den Deutschen Frieda genannt wurde: „Ich hatte immer Heimweh, die ganze Zeit, und war zornig. Aber was hätten wir tun können? … Wir waren sehr froh, als sie uns gesagt haben, es ist vorbei. Aber es hat sehr lange gedauert, sehr, sehr lange. Ab dem Tag bin ich wieder Broni geworden. Frieda habe ich dort in Ebergötzen gelassen.“

Auch die Kinder, einheimische und Zwangsarbeiterkinder, mussten hart arbeiten, halfen auf den Feldern, im Haushalt oder versorgten die Alten. Männliche Jugendliche ab 16 Jahren wurden eingezogen, um das Vaterland zu retten, kaum ausgebildet an der Waffe und betrogen um die eigene Kindheit. Im Frühjahr 1945 wussten alle, dass das Ende nahte und die Strafe für die deutsche Bevölkerung gewiss sein würde.

Schon seit Mitte März 1945 konnte man bei Westwind das Artilleriefeuer an der Front hören, schrieb Hans-Georg Hövener, Herausgeber der Südhannoverschen Volkszeitung, in seinen Aufzeichnungen „Das Eichsfeld in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs“ (erschienen 1965). Am 6. April hatten die Amerikaner mit der 23. Infanterie-Division die Weser bei Höxter überquert und Südniedersachsen erreicht. Die kläglichen Truppen aus Kranken, Veteranen, Verletzten und Hitlerjungen, die sich den Alliierten noch entgegenstellten, bezeichneten die Amerikaner in ihren Aufzeichnungen als „Magen-Bataillone“ (Combat History of the second Infantry Division, National War College, Washington).

 

Die Amerikaner überqueren am 7. April 1945 mit der 23. Infanterie-Division die Weser (Kreisarchiv Göttingen)

 

„Zurückflutende deutsche Heeresverbände zogen am 5. und 6. April nachts durch unsere Stadt“, so Hövener. „In Duderstadt wurde in diesen Tagen fieberhaft gearbeitet. Heeresbestände wurden verteilt, im Felsenkeller lagerten Schnaps und Zucker. Regulär sollten für jeden Haushalt eine Flasche Schnaps ausgegeben werden. Menschenschlangen standen hier von morgens bis abends an. Von den Dörfern kamen die Bauern mit Pferdefuhrwerken, um sich ihren Teil abzuholen. Panzersperren wurden errichtet und Geschütze aufgestellt, der Volkssturm blieb dauernd unter Alarm. Alte Männer, bewaffnet mit noch älteren Gewehren, unter einem Stahlhelm, der ihnen oft zu groß war, liefen durch die Straßen der Stadt.“ Und schließlich heißt es: „Am Montagfrüh, dem 9. April, standen die amerikanischen Truppen zwischen Ebergötzen und Seulingen. Um 11 Uhr schossen die Panzer von Werxhausen nach Westerode. Dann rückten sie nach Duderstadt vor.“ (Hövener, 1965)

 

 

Roman Link (Archiv Siegfried Link)

 

Die bedrückende Stille in einer so überfüllten Stadt am 9. April 1945 und die dann folgenden Ereignisse beschreibt Major Roman Link in seiner Chronik „Meine Militärzeit“.
Der einstige Lehrer und Reserveoffizier ist kurzerhand als Kampfkommandant in Duderstadt eingesetzt worden, als er drei Tage vor seiner Versetzung an die Ostfront seine Frau Charlotte und die beiden Söhne Siegfried und Wolfgang bei Verwandten in der Steinstraße besuchen durfte. Die Familie war aus Ostpreußen geflohen. Major Links Auftrag war nun, die Amerikaner mit Panzervernichtungstrupps aufzuhalten und die Bevölkerung zu evakuieren. Außerdem sollten sämtliche Zufahrtsstraßen, die Bahnanlagen und die Polte-Munitionsfabrik gesprengt werden. Waffen und Munition sollten aus Göttingen geholt werden, um den Volkssturm zu bewaffnen. Aufsässige Zivilisten und befehlsverweigernde Soldaten sollten „an die Wand gestellt“ werden.

Roman Link fasste den heimlichen Plan, die Opferzahlen möglichst gering zu halten, indem er Duderstadt den Amerikanern kampflos überließe. Er wusste, dass er selbst hingerichtet werden würde, sollte sein Plan auffliegen. Trotzdem er erst wenige Tage in Duderstadt war und nicht wusste, wer zu den linientreuen Anhängern der NSDAP gehörte, gelang es ihm, die Panzervernichtungstrupps Richtung Hübental und Breitenberg zu schicken, wo sie keinen größeren Schaden anrichten konnten. Die Waffen aus Göttingen wurden nicht abgeholt und die Sprengungen nicht vorgenommen.

 

Gegen 11.30 Uhr rollen amerikanische Panzer durch den Westerturm über die Spiegelbrücke. (Sammlung S. R.)

 

Nach all diesen Vorbereitungen erwartete der Major am Morgen des 9. April die Amerikaner, die ohne jeglichen Widerstand mit ihren Panzern um 11.30 Uhr durch das Westertor rollten. Als er ihnen in Uniform entgegentrat, um die Stadt kampflos zu übergeben, wurde auf ihn geschossen. Link flüchtete verletzt Richtung Harz, wurde dort im Lazarett in Bad Lauterberg von den Amerikanern gefangen genommen, aber schon am 8. Mai, nach der Kapitulation Deutschlands, entlassen. Er kehrte zurück nach Duderstadt zu seiner Familie. Nach dem Krieg unterrichtete Roman Link an verschiedenen Schulen im Eichsfeld, bis er in den 1950-er Jahren nach Norddeutschland zog.

Vor 75 Jahren endete der zweite Weltkrieg.
Der Berlingeröder Albert Sommerfeld war noch keine 18 Jahre alt, als er am 8. Mai 1945 auf einem amerikanischen Schiff als Kriegsgefangener nach Virginia gebracht wurde. Seine Erinnerungen an seinen Einzug in die Wehrmacht im Januar 1945, an seine Kriegserlebnisse und seine Gefangennahme beschreibt er in seinen Aufzeichnungen „Eine Jugend zwischen Eichsfeld und Cambridge“ (Mecke Druck und Verlag). Vom Ende des Krieges erfährt er auf dem Atlantik: „Es hieß, der Krieg in Europa ist zu Ende. Deutschland hat bedingungslos kapituliert. Die Besatzung auf dem Schiff war überglücklich, drohte von den deutschen U-Booten doch keine Gefahr mehr. Von den Gräueltaten Deutschlands in den KZs hatten wir schon in Marseille erfahren, auch von Hitlers Tod. Es war das Ende eines Krieges, der von Hitlers Partei ausgehend so vielen Menschen Leid, Elend, Tod und Vertreibung gebracht hatte und noch bringen würde. Auch unsere Jugend war durch den Wahnsinn geopfert worden.“

Das große Leiden, das Massensterben und Massenmorden in Europa hatte 1939 mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf das benachbarte Polen begonnen. Die Bilanz bis zur deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945: 65 Millionen Tote weltweit, die meisten davon Zivilisten. Hinter den historischen Fakten und Kriegsstatistiken verbergen sich Millionen Einzelschicksale, und die physischen und psychischen Folgen waren noch Jahrzehnte nach Kriegsende spürbar. Hass, Überheblichkeit und Größenwahn der Nationalsozialisten zerstörten nicht nur die Leben, Familien und Häuser ihrer Opfer, sondern schließlich auch das gesamte eigene Land.

 

Zum Kriegssende 1945 lagen die deutschen Großstädte in Schutt und Asche, hier Köln. (Foto Pixabay)

 

Nur sechs Jahre (1939 – 1945) hat es gebraucht, bis von Deutschland, das die Nazis mit ihrem Krieg zur Weltmacht treiben wollten, nichts mehr übrig war.
Wie schnell gehörten viele, die Hitler einst zugejubelt hatten oder die NSDAP zumindest akzeptabel fanden, selbst zu denen, die nicht mehr ins faschistische Weltbild passten. Und wie schnell hat sich Deutschland in seinem Größenwahn und seiner Menschenverachtung völlig isoliert von der Völkergemeinschaft!

75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg erleben wir trotz dieser Vergangenheit einen deutlichen Rechtsruck (sogar europaweit). Nazi-Parolen und -Symbole, Fremdenhass, Ab- und Ausgrenzung scheinen wieder „salonfähig“ zu sein. Faschisten werden in der deutschen Demokratie gewählt und erreichen mancherorts einen Stimmenanteil von über 20 Prozent. Haben wir wirklich nichts gelernt aus der Geschichte?

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Deutschen trotz ihrer Taten eine riesige Chance erhalten. Die junge Bundesrepublik baute eine Demokratie auf, wie es sie stabiler noch nie auf deutschem Boden gegeben hatte. In Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes heißt es in den ersten beiden Absätzen:

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Dieses Grundgesetz bietet die Rahmenbedingungen für eine Kultur der Vielfalt, und es beinhaltet eine große Verantwortung, nicht nur für das eigene Volk. Isolation und Monokulturen sind anfällig. Vielfalt ist die einzige Chance für ein starkes System und die Basis für kulturellen Reichtum. Vielfalt bedeutet, einen großen, internationalen Wissensfundus zur Verfügung zu haben, sich über alle Grenzen hinweg auszutauschen und gemeinsame Wege zu finden. Dabei löst sich keineswegs die eigene Identität auf, sondern sie gewinnt an Bedeutung als Teil der Gesamtstruktur, die ein menschliches Miteinander ausmacht. Auch Klimawandel, Corona und Flüchtlingskrise zeigen uns, dass uns Abgrenzung und Ausgrenzung keinen Schritt weiter bringen, sondern dass die Probleme unserer Heimatregion von den Problemen der übrigen Welt nicht zu trennen sind. Nur gemeinsam können wir eine lebenswerte Zukunft schaffen.

 

Literatur:
„Duderstadt 1945 – 1949, Kriegsende und Neubeginn“, Quellen zur Geschichte der Stadt Duderstadt, Heft 1, Mecke Druck und Verlag 1997
„Meine Militärzeit“, Chronik von Roman Link
„Eine Jugend zwischen Eichsfeld und Cambridge“, Albert Sommerfeld, Mecke Druck und Verlag
„Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit / Südniedersachsen 1939 – 1945“, Zwölf Faltpläne zu den Stationen der Ausstellung
Titelbild: Foto Hövener, April 1945, Copyright by Hans-Georg Näder

 

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