„Village Project“ – Kunstausstellung von Mai Nguyen Nhu

Ausstellungsflächen für Künstler gibt es in Duderstadt einige: im Rathaus, im Heimatmuseum, in den Kirchen oder in Leerständen wird Kunst präsentiert. Aber unter den Ausstellern sind selten Jugendliche.
Die Qualität einer Kunstausstellung hängt jedoch nicht vom Alter des Künstlers ab. Das beweist die 18-jährige Duderstädterin Mai Nguyen Nhu. Am Dienstag, 3. September, eröffnet die ehemalige Schülerin des Eichsfeld-Gymnasiums (EGD) ihre erste eigene – und größtenteils selbst organisierte – Kunstausstellung „Voyage“ im KulturKloster. Sogar das musikalische Rahmenprogramm ist selbstgemacht: Jonathan Awuah am Saxophon, David Schrader am Klavier und Mai Nguyen Nhu als Sängerin leiten die Vernissage ein.

Dass es in Duderstadt eine öffentliche Ausstellungsmöglichkeit für junge Künstler gibt, hat Mai erfahren, als sie sich kurz vor ihrem Abitur im Frühjahr 2019 mit ihrem Kunst-Leistungskurs an einer Ausstellung im KulturKloster beteiligte. „Junge Menschen können selbst ihr Konzept erstellen, ihre eigenen Ideen verwirklichen, die Vernissage selbst organisieren. Wo sie Hilfe brauchen, bekommen sie Unterstützung, aber ich mache keine Vorgaben und mische mich nicht ein“, erklärt Katrin Oldenburg, Leiterin des KulturKlosters.

 

Mai Nguyen Nhu vor ihren Bildern bei der Ausstellung des EGD-Kunst-Leistungskurses

Nach ihrem Abitur hat sich Mai um einen Studienplatz an der Kunsthochschule in Kassel beworben und fängt zum Wintersemester an, Visuelle Kommunikation zu studieren. Da es nicht ganz einfach ist, dort überhaupt angenommen zu werden, kann Mai schon stolz sein, dass ihre Arbeiten die Prüfer überzeugt haben. In einem Interview stellt sie sich in Clanys Eichsfeld-Blog vor:

Seit wann bist Du künstlerisch aktiv?
Ich zeichne und male schon, seitdem ich den Stift halten kann. Doch mit 13 Jahren kam erst das ernsthafte Interesse, meine künstlerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Erhebliche Verbesserungen zeigten sich dennoch erst mit 17 Jahren, als ich in die Oberstufe kam.

Haben Dich die Lehrer und das, was Du im Oberstufen-Kunstunterricht gelernt hast, darin bestärkt, Kunst zu studieren?
Ja auf jeden Fall. Der theoretische Teil des Kunstunterrichtes ist natürlich immer etwas trocken, doch Frau Pontius, meine ehemalige Tutorin, zeigte stets eine starke Begeisterung für Kunst, was meine Stimmung hob und die „langweiligen“ Momente des Unterrichtes angenehm gestalteten. Da ich mich schon immer für Kunst begeistert habe, hat das auch sehr gepasst und bestätigte meine Entscheidung, Kunst zu studieren. Die praktische Arbeit bereitete mir schon immer viel Spaß und Freude.

 

Mai hat eigene Stil-Merkmale entwickelt

 

Wie ist der Kontakt zum KulturKloster entstanden und wie wurdest Du dort für Deine Ausstellung unterstützt?
Der Kontakt entstand zunächst durch Frau Boes, eine Kunstlehrerin am EGD. Sie schlug dem Kunst-Leistungskurs vor, im KulturKloster eine Ausstellung zu machen. Wir willigten ein und waren auch alle sehr aufgeregt.
Vorher kannte ich das KulturKloster noch nicht. Doch als ich erfuhr, dass man auch als einzelner Schüler/Jugendliche dort eigene Werke ausstellen kann, war ich interessiert. Frau Oldenburg und ich kamen ins Gespräch über meine eigene Ausstellung.
Das KulturKloster stellt mir die Räumlichkeiten zur Verfügung und verbreitet auch Werbung für die Ausstellung über das digitale Netzwerk. Wenn ich Fragen habe, kann mir Frau Oldenburg auch stets weiterhelfen und unterstützt mich in meinem Vorhaben mit der Ausstellung.

 

Es ist ja nicht ganz einfach, einen Studienplatz an der Kunsthochschule zu bekommen. Was hast Du eingereicht, um Dich zu bewerben?
Um an der Kunsthochschule in Kassel Visuelle Kommunikation studieren zu können, muss man eine Mappe bestehend aus 25 selbst angefertigten Werken einreichen. Oder man bringt diese zum Tag der Aufnahmeprüfung mit und stellt sie den Prüfern persönlich vor. Dabei unterhält man sich auch mit den Prüfern, damit sie einen besser kennenlernen.
Ich habe 25 Werke bezüglich meines „Village Project“ (Dorf-Projekt) vorgestellt, wo ich ein kleines Dorf designed habe mit den dort lebenden Charakteren und Häusern. Dieses Projekt könnte in verschiedene Weisen angewendet werden, als Comic, Spiel oder Animation. Außerdem habe ich einige Illustrationen erstellt, die meine Persönlichkeit und Erfahrungen widerspiegeln, wie meine Sicht auf Schönheitsideale. Alle Werke werden auch in meiner Ausstellung zu sehen sein.

 

Mai spiegelt in ihren Werken einen Teil ihrer Persönlichkeit und ihrer Erfahrungen wider

 

In welche künstlerische Richtung möchtest Du beruflich gehen?
Ich interessiere mich für mehrere Bereiche der Kunst in der Berufswelt wie Animation und Design im Film und Fernsehen, oder die Entwicklung von Spielen, die Arbeit in Verlagen oder Werbeagenturen. Es ist schwer, mich zu entscheiden, aber ich hoffe, dass ich im Studium mehr Einsicht in alle Bereiche bekommen kann und dann zu einen Entschluss komme. Künstlerisch flexibel zu sein und in verschiedenen Bereichen arbeiten zu können, klingt für mich aber auch sehr interessant, da in unserer heutigen Zeit immer schneller und unerwartet Veränderungen auftreten können und man die Fähigkeit lernen muss, sich anzupassen.

 

 

Die Vernissage im KulturKloster, Marktstraße 70, beginnt um 17 Uhr. Bis zum 1. Oktober ist die Ausstellung montags und mittwochs von 16 bis 18 Uhr zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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