Vier Bürgermeister-Kandidaten – drei Stunden Podiumsdiskussion

Die Podiumsdiskussion mit den vier Bürgermeisterkandidaten für Duderstadt war für eineinhalb Stunden angesetzt. Fünf Themenblöcke waren von Ben Thustek, Oberstufenkoordinator des Eichsfeld-Gymnasiums, und Oberstufenschülern aufgestellt worden: Demografischer Wandel – Kinder, Jugend, Schule – Wirtschaft und Verkehr – Umwelt, Kultur, Natur – Zukunft. Nach drei Stunden waren längst nicht alle Unterthemen angeschnitten worden.

Zu jedem einzelnen Stichwort aus diesen Blöcken hätte man bestimmt noch die ganze Nacht diskutieren können. Ganz einfach ist es sicherlich auch nicht, auf dem Podium zu sitzen und besser sein zu müssen als die Konkurrenz – vor allem, wenn man nicht vorab weiß, welche Fragen gestellt werden. Es kandidieren Florian Lillpopp (Die Partei), Matthias Schenke (SPD), Stefan Koch (CDU) und Thorsten Feike (FDP). Eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion gibt es im Eichsfelder Tageblatt.

 

Vier Kandidaten stellen sich den Fragen des Publikums: Florian Lillpopp (Die Partei), Matthias Schenke (SPD), Stefan Koch (CDU) und Thorsten Feike (FDP) v.l.

 

Doch was fehlte?

Umwelt: Nachdem zuvor ausgiebig über Beteiligung der Jugend gesprochen worden war, hatte sich später eine Schülerin zu Wort gemeldet und ganz konkret zum Thema Umwelt nachgehakt. Die Antworten fielen leider sehr oberflächlich aus.

Kultur: Kam einfach nicht vor. Die Duderstädterin Iris Schlomski fragte zum Beispiel nach einem größeren Veranstaltungsort. Die Stadt hatte die Eichsfeldhalle vor zwei Jahren verkauft. Seitdem finden in Duderstadt keine größeren Kulturveranstaltungen mehr statt, wenn man von ein paar Open-Air-Veranstaltungen auf der LNS-Bühne im Kultursommer mal absieht. Viele andere Städte in vergleichbarer Größe haben immerhin eine Stadthalle – wie soll das Problem also in Duderstadt gelöst werden?

Thema Kulturkloster: Bis heute ist noch nicht geklärt, ob und wie es weiter besteht. 2018 wurde die Stelle für eine Kulturreferentin von der Stadt Duderstadt geschaffen und finanziert, dann kommt die Sache so richtig ins Rollen, und jetzt, Ende August 2019, ist noch nicht klar, ob und wie es nach Jahresende weitergehen soll. Hätte jemand dazu Vorschläge?

Außerdem haben einige unserer touristischen Aushängeschilder, das Heimatmuseum und das Schützenmuseum, keinen eigenen Internetauftritt. Die sind im Netz so gut wie unsichtbar. Sollte das geändert werden? Und wenn ja, wie?

Mir würden noch ein paar Fragen einfallen, bei denen ich gern die Antworten aller Kandidaten hören würde. Wie wäre es mit Teil II einer Podiumsdiskussion?

 

Vorbereitungen des Schüler-Teams um Ben Thustek am Eichsfeld-Gymnasiums

 

Ich fand zumindest, dass solch eine Veranstaltung mehr bringt, als alle Wahlprogrammheftchen auf einem Haufen. Viele unterschiedliche Stimmen und Meinungen aus dem Publikum spielten ebenso eine ausschlaggebende Rolle, wie die Antworten der Kandidaten. Klar, es kostet Zeit, eine solche Veranstaltung zu organisieren. Ein Lob an das Team des Eichsfeld-Gymnasiums, als Schule diese Aufgabe übernommen zu haben. Und es kostet Mut, dort auf dem Podium auch ein wenig von seiner Persönlichkeit preiszugeben. Daher finde ich es umso wichtiger, die Balance zwischen Kritik und Fairness zu halten – und zwar bei den Kandidaten im Umgang miteinander und bei den Wählern im Umgang mit den Kandidaten.

 

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