Tag des offenen Denkmals im Europäischen Brotmuseum Ebergötzen: Führung zu den Kulturdenkmälern

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September 2026, hat das Europäische Brotmuseum Ebergötzen ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Bei einer Führung mit Dr. Horst-Henning Steinmann wird der Fokus auf die Kulturdenkmäler auf dem Gelände des Brotmuseums gerichtet. Beginn ist um 14 Uhr. Anmeldungen werden erbeten.

Die zahlreichen Natur- und Kulturdenkmäler verleihen dem Ort nicht nur einen besonderen Charme, sondern erzählen auch spannende Geschichten aus vergangenen Epochen. Dr. Horst-Henning Steinmann lüftet diese Geschichten und gewährt den Besuchern zusätzlich einen Einblick in den geheimnisvollen Wohnturm, der sonst für die Öffentlichkeit verschlossen bleibt.

Außerdem wird die Publikation „Radolfshausen – Ein verschwundenes Dorf und seine Kulturlandschaft“ von Dr. Horst-Henning Steinmann vorgestellt. Dazu informiert das Europäische Brotmuseum:

Radolfshausen – Das verschwundene Dorf
Publikation von Dr. Horst Henning Steinmann

Das Europäische Brotmuseum in Ebergötzen ist ein weithin bekanntes Ausflugsziel sowie eine Erlebnisstätte rund um Brot und Ernährung. Den meisten Menschen dürfte weniger bekannt sein, was sich auf dem Museumsgelände in früheren Jahrhunderten abgespielt hat. In einem neu erschienenen Buch „Radolfshausen – das verschwundene Dorf“ von Dr. Horst-Henning Steinmann wird gezeigt, dass es sich hier um einen Ort voller Geschichte handelt, deren Nachwirkungen noch heute vielfach sichtbar sind. Dreh- und Angelpunkt des Buches ist das „verschwundene“ Dorf Radolfshausen, dessen Name im Laufe der Jahrhunderte immer wieder weitergetragen wurde. Das Dorf selber ist jedoch weitestgehend vergessen.

Einen Ort mit dem Namen Radolfshausen hat es aber wirklich gegeben. Möglicherweise verbergen sich sogar Überreste auf dem Gelände des heutigen Brotmuseums, wie neuere archäologische Untersuchungen zeigen. Nach dem Verschwinden des Dorfes ging der Name über auf eine Burganlage, einen Gutshof und ein Verwaltungsamt eines Herzogtums. Für etwa 100 Jahre hatte das Forstamt Radolfshausen hier seinen Sitz. In den 1970er Jahren ist der Name auf die umgebende Samtgemeinde übergegangen.
Ganz spurlos sind die Jahrhunderte tatsächlich nicht geblieben. Von den Gebäuden des Amtes sind einige noch erhalten. Das Außengelände verweist mit seinem Baumbestand auf die Zeit des Forstamtes. In der umliegenden Landschaft sind noch heute Spuren der historischen Landnutzung sowie ihrer Bewohner und Bewohnerinnen sichtbar. Mittelalterliche Ackerfurchen wurden im Grünland konserviert. Im Wald versteckte Felszeichnungen zeugen von Menschen, die außerhalb der Dörfer und abseits der Gesellschaft lebten. Kleine, heute unscheinbare Tälchen sind die Überreste von verheerenden Unwettern und Überschwemmungen.

„Radolfshausen – Ein verschwundenes Dorf und seine (Kultur-)Landschaft“ heißt das vom Brotmuseum herausgegebene Buch. Der Verfasser, Dr. Horst-Henning Steinmann lebt seit über 30 Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft des Museums und ist im Vorstand des Vereins aktiv. Im Beruf als Agrarwissenschaftler an der Universität Göttingen tätig, hat er nicht nur über regionale Agrar- und Forstgeschichte geschrieben, sondern hat auch die Natur, das Wasser, die Menschen, die Energie und das Klima im Blick. Das alles sind Themen, die uns auch heute noch beschäftigen.

Dieser breite Überblick wird möglich, weil die Erzählung des Buches nicht wie eine Ortschronik angelegt ist, sondern die umliegende Landschaft und den Blick in unsere Zeit mit einbezieht. „Ich wollte über etwas berichten, was ich als Zugezogener vor mehr als 30 Jahren gern selber über meine neue Heimat gewusst hätte.,“ sagt Steinmann und fügt hinzu: „Geschichte wird allzu oft als eine Aufzählung von Jahreszahlen verstanden. Das sollte hier vermieden werden. Es kann spannend sein, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, um unsere heutige Umwelt besser zu verstehen.“ Auf erstaunliche und manchmal verblüffende Weise kommen in dem Buch Verbindungen zu unserer heutigen Welt und ihren Herausforderungen ans Tageslicht. War früher wirklich alles besser? Oder sind wir heute viel klüger als unsere Vorfahren? Das Buch regt zum Nachdenken über solche Fragen an.

Produktion und Druck des hochwertig ausgestatteten Buches wurden durch zahlreiche Spenden aus der Samtgemeinde und der Region ermöglicht. Großen Anteil an der Förderung hatten die Grubenhagener Landschaft und die Sparkassen Duderstadt und Göttingen. Das Buch hat 152 Seiten, kostet 24,80 Euro und ist erhältlich im Museumsshop des Brotmuseums oder als Onlinebestellung beim Verlag Jörg Mitzkat in Holzminden. Der Nettoverkaufserlös fließt komplett an das Brotmuseum.

Kontakt: Europäisches Brotmuseum Ebergötzen, Göttinger Str. 7, 37136 Ebergötzen,
Tel. 05507 999 498, E-Mail: info@brotmuseum.de

 

ClanysEichsfeldBlog Duderstadt TagdesoffenenDenkmals EuropäischesBrotmuseum Ebergötzen

 

  • Sparkasse Duderstadt - Gemeinsam für Duderstadt

Gefällt Euch unsere Seite?

Clanys Eichsfeld-Blog bleibt kostenfrei für Euch. Aber wir freuen uns über freiwillige Gaben
– oder Eure Werbung.

Kulturis

Danke für die Anmeldung

Du bekommst in Kürze eine Mailbestätigung für die Anmeldung. Bitte klicke auf den Bestätigungslink.

Herzlich willkommen auf Clanys Eichsfeld-Blog!

Wir bieten kostenfrei für alle:

  • News, Infos, Recherche, Geschichten, Kultur, Ausflugstipps etc.
  • Veranstaltungskalender
  • Vereinsseite
  • Präsentationen unserer Region mit vielen Bildern

Eure freiwillige finanzielle Unterstützung,
wenn Euch unsere Arbeit etwas wert ist
(und Ihr gerade – trotz Corona – etwas übrig habt)

Unterstützung der Unternehmen und Institutionen, die sich und ihre Angebote bei Clanys Eichsfeld-Blog in einer Bannerwerbung platzieren möchten und damit auch unsere Arbeit für die Region möglich machen für Infos einfach auf das Symbol klicken