Saisonstart in der Solawi Gemüseinsel Dietzenrode: Weitere Mitglieder werden gesucht – Lieferungen in Duderstadt und weiteren Ortschaften

Im März 2026 startet die nächste Liefer-Saison für Bio-Gemüse der Gemüseinsel Dietzenrode. Dafür werden noch neue Mitglieder gesucht. Im Eichsfeld kann das Gemüse dann wöchentlich in Duderstadt und Heiligenstadt abgeholt werden, außerdem in Eschwege und Bad Sooden-Allendorf.
Doch warum Solawi? Was macht den Unterschied?

 

Julian Habichtsberg bei der Ernte (Foto: Gemüseinsel Dietenrode)

 

Der Name verrät es: Bei Solawi steht alles im Zeichen der Solidarität. Wer frisches, regional angebautes Gemüse erhalten möchte, muss für eine Erntesaison Mitglied werden. Man ist also mehr als nur Kunde und Konsument. „Alle Mitglieder zusammen finanzieren die Gärtnerei, was dem Betrieb Planungs- und Abnahmesicherheit garantiert“, erklärt Nora Laub, die gemeinsam mit Julian Habichtsberg für die Gemüseinsel verantwortlich ist. Den persönlichen Beitrag legen die Mitglieder in einer Versammlung selbst fest. Voraussetzung ist jedoch, dass die Kosten für Anbau und Ernte gedeckt werden können. Wer möchte, gibt etwas mehr, um auch einkommensschwächeren Haushalten eine Mitgliedschaft zu ermöglichen.

 

Gesunde Vielfalt für Mensch und Umwelt (Foto: Gemüseinsel Dietzenrode)

 

„ Als Orientierungswert gilt für die kleine Kiste 18,75 Euro in der Woche und für die große 28,13 Euro“, sagt Nora. Das Risiko für Ernteausfälle und Ertragseinbußen wird von allen gemeinsam getragen. Bei reicher Ernte erhalten die Mitglieder mehr Gemüse. Zusätzlich zum wöchentlichen Gemüse können auch Schafsmilchprodukte, Bio-Brot und Eier von befreundeten Bio-Höfen mitbestellt werden sowie Honig und Apfelsaft aus der Solawi.

Solidarisch und nachhaltig ist auch der Umgang mit Natur und Umwelt. Verzicht auch Gentechnik und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, Transparenz zu allen Themen rund um die Gemüseinsel, kurze Transportwege und verpackungsfreie Ware sind selbstverständlich. Der Anbau erfolgt nach Maßstäben der Biodiversität und Artenvielfalt, schont Böden und Ressourcen und erzeugt nicht nur Lebensmittel für Menschen, sondern schafft und erhält auch Lebensräume für Vögel, Insekten und viele weitere Lebewesen.

„Außerdem möchten wir als kleinbäuerliches Unternehmen keine Profite erwirtschaften, sondern ständig die Qualität des Gemüses verbessern, gesunde Lebensmittel erzeugen und eine Ernährungswende für eine strukturschwache Region und Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft bringen“, nennt Nora weitere Grundsätze der Solawi. „So schaffen wir in Zeiten globaler Unsicherheiten und schwankender Lebensmittelpreise unabhängige Strukturen vor Ort“, erklärt sie.

 

Nora Laub und Julian Habichtsberg sind verantwortlich für die Gemüseinsel (Foto: Gemüseinsel Dietzenrode)

 

Doch was sagen die Mitglieder nach dem ersten Jahr bei Solawi?

„Es fühlt sich richtig und gut an, und der Speiseplan ist um ein Vielfaches gewachsen“, freut sich Mitglied Iris Blank aus Duderstadt über verpackungsfreies, unbehandeltes, regionales und gesundes Gemüse. Auch andere Mitglieder loben die Vielfalt an Sorten, von denen einige im Supermarkt kaum zu finden sind wie beispielsweise Catalognia, Hirschhornwegerich, Federkohl, Topinambur oder Spaghettikürbis. Neue Rezepte und Hintergrundinformationen werden im wöchentlichen Newsletter an die Mitglieder geschickt. Darin gibt es auch Einblicke in den Solawi-Alltag oder in globale Landwirtschaftsthemen wie Gefahren der Gentechnik. Um den Mitgliedern, die ja aus recht verstreuten Ortschaften kommen, aber auch anderen Interessierten Möglichkeiten zum Kennenlernen und Austausch zu bieten, werden Hoffeste und Märkte veranstaltet.

Ein paar Mitglieder sind für die kommende Saison abgesprungen. Doch als Grund wird keinesfalls Unzufriedenheit genannt, sondern Umzug, ein eigener Garten und der Schritt in den Eigenanbau.

In Duderstadt kann das Gemüse im Ursulinenkloster in der Neutorstraße abgeholt werden. Auf einer Kreidetafel stehen die jeweiligen Mengen, eine Waage ist ebenfalls vorhanden. Ein Korb für den Transport muss man selbst mitbringen. Die Mitglieder organisieren eigenständig den Aufräumdienst für den Raum im Kloster. Jeder ist also alle paar Wochen mal dran mit dem Zusammenstellen der leeren Kisten und dem Ausfegen.

Weitere Infos bei solawi-gemueseinsel.com.

Termine:
15. März 2026 – Tag der offenen Tür auf der Gemüseinsel und in der Milchschäferei Asbach (Beginn 15 Uhr)

17. März 2026 – Bietrunde für die Gemüsekiste der Saison 2026/27, Martin-Weinrich-Haus in der Bildungs- und Ferienstätte Uder (Beginn 19 Uhr)

 

ClanysEichsfeldBlog Duderstadt Solawi Gemüseinsel Bioanbau Landwirtschaft

 


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