Am Eichsfeld-Schulzentrum Duderstadt wurde mit zahlreichen Beteiligten und Gästen das Richtfest gefeiert. Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises Göttingen als Bauherr, der Stadt Duderstadt, die Schulleitungen der beteiligten Schulen, Handwerksbetriebe, Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Gäste nahmen am Festakt teil.

Die Erste Kreisrätin und Allgemeine Vertreterin des Landrats Doreen Fragel unterstrich in ihrer Begrüßungsansprache die besondere Neuausrichtung des Schulzentrums. Wo bisher das Eichsfeld Gymnasium (EGD) und die Heinz Sielmann Realschule (HSR) untergebracht sind, sollen nach Fertigstellung des 2500 m² großen Anbaus im Zuge der Inklusion auch die Pestalozzi-Förderschule und die Tagesstätte St. Raphael unter der Trägerschaft der Caritas Südniedersachsen mit einziehen. Mit dem inklusiven Konzept werde die Schullandschaft im Schulzentrum Auf der Klappe komplettiert, so Doreen Fragel. „Unsere Demokratie verträgt keine Trägheit, sondern Bildung“, erklärte die Kreisrätin. Dafür sei der Landkreis auch bereit zu investieren: Das Bauvolumen betrage 42 Mio. Euro.

Konrad Finger, Dezernent für Jugend, Bildung, Kultur und Soziales, verdeutlichte zudem die Rolle von Bildung bei der Bekämpfung von Armut. „Durch gute Bildung erhalten junge Menschen eine Chance auf ein gesundes und erfülltes Leben“, sagte er.
Bürgermeister Thorsten Feike bezeichnete den Schulcampus – ähnlich wie bereits den Inklusiven Campus der Caritas – als weiteren Leuchtturm für Inklusion in Duderstadt. Er dankte im Namen der Stadtverwaltung dem Landkreis als Bauherrn, allen Beteiligten und den Handwerkern.

Steffen Hartmann, Schulleiter des EGD, und Gabi Aßmann, Schulleiterin der Pestalozzischule, betonten die neuen Möglichkeiten, die ein solch inklusiver Schulcampus biete, wo sich Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Begabungen und Möglichkeiten begegnen würden. Auch ihr Dank galt allen Beteiligten und dem Landkreis Göttingen.
Für das EGD sind vor allem weitere Klassenräume von Bedeutung, da die fünften und sechsten Klassen des EGD Junior wegen Platzmangel am Schulzentrum Auf der Klappe noch in der ehemaligen Astrid-Lindgren-Schule in der Christian-Blank-Straße untergebracht sind. Nach Fertigstellung des Anbaus können sie an den Hauptsitz des EGD zurückkehren. Die Pestalozzischule hat bisher das Lehrerzimmer, Sekretariat und ein paar Räume in der St.-Ursula-Schule, ebenfalls in der Christian-Blank-Straße. Die GE-Abteilung (Geistige Entwicklung) der Pestalozzischule ist in der Tagesstätte St. Raphael am Euzenberg untergebracht. „Der Umbau bietet neue Möglichkeiten für Inklusion, Zusammenhalt und Vielfalt“, sagte Nadine Rodens, Leiterin der Tagesstätte. St. Raphael wird als Mieterin in die neue Schulgemeinschaft mit einziehen.

Gratulation und Freude über die erweiterte Nachbarschaft gab es zudem von Stefan Hoppe, Schulleiter der ebenfalls am Schulzentrum ansässigen HSR. Zukünftig werden also Realschule, Gymnasium und Förderschule an einem Ort verknüpft sein.

Architekt Michael Großmann vom beauftragten Berliner Architekturbüro Weinmiller Großmann erläuterte die Besonderheit, mit dem Anbau drei Schulen miteinander zu vernetzen und – auch vor dem Hintergrund des Klimawandels – in den Klassenräumen optimale Lernbedingungen zu schaffen. So werden aufwendige Lüftungsanlagen installiert, mit Licht und Holz werde eine helle und freundliche Atmosphäre geschaffen, Wärmepumpen und Photovoltaik sorgen für Energiegewinnung.

Schließlich kamen die Zimmermänner der Firma Sauer zu Wort. Mit Richtspruch wurde Gott, dem Bauherrn und den Handwerkern gedankt und um Schutz für den Bau und die Menschen darin gebeten. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Bläserklasse des achten Jahrgangs des EGD. Ein Catering hatte die Schülervertretung vorbereitet und die zahlreichen Gäste auch bewirtet.


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