Grenzabriegelung vor 70 Jahren: Gedenkwanderung von Gut Herbigshagen zum Grenzlandmuseum

Zu einer Gedenkwanderung zur Erinnerung an die Grenzabriegelung vor 70 Jahren laden das Grenzlandmuseum Eichsfeld und die Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam ein. Start ist am Sonntag, 29. Mai 2022, um 11 Uhr am Parkplatz Gut Herbigshagen, von wo aus es entlang des Grünen Bandes zum Grenzlandmuseum geht.

Über die historischen Hintergründe informiert das Grenzlandmuseum:
Vor 70 Jahren, am 26. Mai 1952, beschloss die DDR „Maßnahmen“ zur Abriegelung der rund 1.400 km langen innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik Deutschland und führte damit eine Verschärfung des Grenzregimes ein. Einen Tag später, am 27. Mai 1952, wurde zur Überwachung der Grenzregion die „Polizeiverordnung über die Einführung einer besonderen Ordnung an der Demarkationslinie“ vom Ministerium für Staatssicherheit erlassen.

Die Errichtung einer gestaffelten 5 km tiefen Sperrzone wurde darin festgelegt sowie strenge Regularien für das Leben und Arbeiten in der Sperrzone. Menschen, die außerhalb der Sperrzone lebten, mussten Passierscheine für einen Besuch oder die Arbeit beantragen. Westdeutsche durften nicht mehr in die Ortschaften des Sperrgebietes. Die Proteste während der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 führten am 13. November 1989 zur Aufhebung des Sperrgebietes.

Zur Grenzabriegelung von 1952 gehören auch Zwangsaussiedlungen. Sie wurden nur wenige Tage nach den Verordnungen im Sperrgebiet an der innerdeutschen Grenze durchgeführt und sind unter dem Namen „Aktion Ungeziefer“ bekannt geworden. Bei den Zwangssiedlungen im Jahr 1952 verloren mehr als 8.000 Menschen ihre Heimat. Im Eichsfeld waren mehr als 300 Menschen betroffen. Eine zweite große „Zwangsaussiedlungsaktion“ aus dem Sperrgebiet fand am 3. Oktober 1961 statt.

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld und die Heinz Sielmann Stiftung erinnern auch dieses Jahr wieder mit einer Gedenkwanderung an die Abriegelung der innerdeutschen Grenze und an die Folgen, die die Verschärfung des DDR-Grenzregimes für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze hatte. Dabei gehen sie auch auf wertvollen Perlen der Natur, die heute rechts und links des einstigen Todesstreifens und heutigem Grünen Bandes liegen.

Der Unkostenbeitrag beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro für Schüler*innen, Student*innen und Rentner*innen. Darin enthalten sind der Eintritt ins Grenzlandmuseum sowie der Rücktransport zum Parkplatz Gut Herbigshagen.
Anmeldung unter bildungsstaette@grenzlandmuseum.de

 

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