Frühlingswetter: Spritztour in den Osterferien? Lieber nicht!

Osterferien und herrliche Wetteraussichten. Was wäre da verlockender als kleine Spritztouren? Tolle Ausflugsziele gibt es genügend im Eichsfeld und im Umfeld. Das Coronavirus zwingt uns zwar zu Kontaktbeschränkungen, aber im Auto oder auf dem Motorrad kann man ja niemanden anstecken – denken viele. Leider ist es aber nicht so. Jegliches privates Reisen, so die Richtlinien Bundesregierung, ist zu unterlassen.

Wer mit dem Auto oder Motorrad auf Ausflügen unterwegs ist, muss zum Beispiel irgendwann tanken oder legt eine Rast ein, bewegt sich in einem erweiterten Radius und vergrößert damit die Ansteckungsgefahr. Außerdem wären Pannen und Unfälle möglich, und man bräuchte Hilfe.

Keine einheitlichen Regelungen

Allerdings gibt es auch keine bundesweit einheitlichen Regelungen. Auf Ausflügen besteht natürlich die Möglichkeit, verschiedene Bundesländer zu durchkreuzen. Immerhin hat der Landkreis Göttingen am Freitag, 3. April 2020, bekanntgegeben, dass die Verfügungen auf Kreisebene nun ersetzt werden durch die Regelungen des Landes Niedersachsen. Die stimmen mit denen in den angrenzenden Bundesländern Thüringen und Hessen weitgehend überein, aber in Sachsen-Anhalt ist das anders. In Niedersachsen gilt die Kontaktbeschränkung, in Sachsen-Anhalt die Ausgangssperre. In Sachsen-Anhalt darf man also die Wohnung nur noch mit einem triftigen Grund verlassen. In Niedersachsen ist der Aufenthalt draußen zu zweit oder mit Personen aus dem selben Haushalt noch erlaubt. Allerdings heißt es in der niedersächsischen Verordnung auch: „Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit, die das Abstandsgebot (mindestens 1,5 m) gefährden, sind untersagt.“

Manche Bewohner in viel frequentierten Ausflugsregionen wie dem Harz appellieren bereits über Social Media: „Geht an die frische Luft, aber zu Hause!“. Trotz Corona seien Parkplätze überfüllt und Motorradfahrer nutzten die Strecken mit weniger Verkehr zu privaten Rennen. Das Motorrad-Reisejournal hat dazu einen Aufruf gestartet: Motorrad stehen lassen!

Viele in der Pflege Beschäftigten schließen sich in den Social Media Kanälen der Bitte an, zu Hause zu bleiben. „Die Krankenhäuser haben genug zu tun und brauchen nicht auch noch Unfallopfer, wie sie es an jedem Wochenende bei schönem Wetter gibt“ (Facebookeintrag bei „Dein Harz“) Die Harzer aus Sachsen-Anhalt reagieren ebenfalls wenig begeistert: „Wir Harzer bleiben zu Hause und gehen nur vor die Tür/Gärten, damit die Tagestouristen hier rum wandern können – findet den Fehler.“

Zumindest in Sachsen-Anhalt kann ein Harzausflug richtig teuer werden. Am 2. April 2020 gab das Land in seiner 3. Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus bekannt: Reisen aus touristischem Anlass in das Gebiet Sachsen-Anhalt werden im Bußgeldkatalog mit 400 Euro Regelsatz aufgeführt. Und der Aufenthalt mit anderen Personen als aus dem eigenen Haushalt im öffentlichen Raum: 250 Euro.

Letztlich sind die Bestimmungen und Verordnungen aber zweitrangig. Was zählt, ist der gesunde Menschenverstand. Je mehr sich daran halten, die persönlichen Kontakte weitestgehend einzuschränken, desto schneller wird diese Krise überwunden sein. Und auch das Pflegepersonal in den Krankenhäusern hätte bestimmt lieber Osterurlaub als Doppelschichten. 

 

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