CEB-Newsletter Mai 2020: Coronaregeln – ist es das alles wert?

Liebe Leserinnen und Leser,

wir gehen nun auch im Eichsfeld in den dritten Monat im Corona-Zeitalter. Kaum einen Artikel in unserem Online-Magazin Clanys Eichsfeld-Blog konnten wir veröffentlichen, in dem der Inhalt nicht irgendwie auch von der Pandemie und den entsprechenden Eindämmungsmaßnahmen beeinflusst war. Die anfängliche Solidarität in der Bevölkerung ist vielerorts gekippt.

Existenzängste und Sehnsucht nach sozialen Kontakten mischen sich mit Erleichterung, dass wir im Gegensatz zu anderen Ländern bisher relativ glimpflich davon gekommen sind. Manche sehen allerdings gerade darin den Beweis dafür, dass die ganzen Regelungen völlig übertrieben seien, und sie fühlen sich ihrer persönlichen Freiheit und materiellen Existenz beraubt. Zweiteres zumindest stimmt sogar oft. Viele haben jetzt schon große Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und man fragt sich:

Ist es das alles wert?

Aber haben wir denn eine andere Wahl? Hätten wir wirklich den schwedischen oder amerikanischen Weg gehen sollen? Wenn ja – dann mit allen Konsequenzen? Also vielleicht auch für den Preis eines nahen Angehörigen? Materielle Existenz vs. physische Existenz? Wer soll das entscheiden?
Jemand muss es tun – und zwar unsere Politiker. Das ist ihr Job, und der ist bestimmt nicht leicht in solchen Zeiten. Auch ohne Corona findet eine politische Entscheidung niemals die 100-prozentige Zustimmung der Bevölkerung. So ist das in einer Demokratie. Einige sind dafür, andere sind dagegen und alle müssen sich der Mehrheit fügen.
Doch worauf berufen sich die von der Mehrheit gewählten Politiker bei ihren Entscheidungen? Da es sich bei Covid-19 um ein neuartiges Virus handelt, scheint es sinnvoll, Leute zu fragen, die sich mit solchen Themen fachkundig und wissenschaftlich beschäftigen: die Virologen. Die haben aber vielleicht Dinge herausgefunden und Warnungen ausgesprochen, die für die meisten Menschen äußerst unbequem sind und sogar zur Bedrohung der materiellen Existenz werden können. Hätten die Experten also lieber schweigen oder schönreden sollen?

Was wären die Folgen?

Hätten sich dann bei einer möglicherweise hohen Zahl an Todesopfern nicht alle darüber beschwert, falsch oder nicht ausreichend informiert und geschützt worden zu sein?
Und wer recherchiert, vergleicht verschiedene Informationsquellen und gibt die Ergebnisse für alle möglichst verständlich weiter? Journalisten. Nun klangen deren Ergebnisse aber vielleicht ebenso bedrohlich wie die Warnungen der Virologen. Auf Bedrohungen folgen Feindbilder.
Hinter all diesen Feindbildern stecken jedoch echte Menschen, die meistens wohl bemüht sind, ihren Job gewissenhaft zu erledigen, aber dabei auch mal Fehler machen – unbeabsichtigt. Wer absichtlich verfälscht, ist ein Betrüger.
Doch wer nun glaubt, alle Politiker, Virologen und Journalisten seien Betrüger und hätten sich weltweit zusammengetan, um mit falschen Fakten, Zahlen und Warnungen die Menschheit zu verängstigen und damit obskure Ziele zu verfolgen, hat sich wohl irgendwo auf dem Weg durch die Krise verirrt.

Fakt ist: Wir müssen alle gemeinsam durch die Coronazeit. Und es wird noch mehr materielle und physische Opfer geben. Wir würden uns allerdings größere Solidarität wünschen und weniger Hass. Und wir sind dankbar, dass es im Eichsfeld doch noch ein Gefühl des Zusammenhalts und der Einhaltung der Schutzmaßnahmen trotz all der unbequemen und bedrohlichen Einschränkungen zu geben scheint. Duderstadt liegt mit der Gesamtzahl der Covid-19-Infizierten (26, davon aktuell Anfang Juni noch zwei Erkrankte) deutlich unter den Zahlen anderer Städte in vergleichbarer Größe (Herzberg 207, Osterode 97, Bad Lauterberg 83). Beim Einkaufen, im Museum etc. bekommt man den Eindruck, die Menschen nehmen Rücksicht aufeinander, halten Abstand und tragen Masken. Kritisches Hinterfragen ist generell sinnvoll, und vielleicht haben sich viele Menschen gut informiert und dann nach reiflicher Überlegung entschieden, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Das wäre wünschenswert.

Mit den Lockerungen einiger Maßnahmen haben wir bei Clanys Eichsfeld-Blog nun vermehrt den Blick auf die schönen Orte vor unserer Haustür geworfen, die wir in den Sommermonaten erreichen können. Damit können wir alle gemeinsam auch die Region stärken und unsere Ausflugsziele am Leben halten.

Wir wünschen Euch einen schönen Start in den Juni 2020
Eure Admins
Claudia und Hans

 

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