Berauscht im Verkehr? Neue Rauschbrillen und ein Duderstadt-Parcours im Test bei den Schutzengeln

Wie verkehrstüchtig ist man wohl mit 0,8 Promille? Oder nach ein paar Joints? Wir haben die neuen Rauschbrillen und den Übungsparcours für die Präventionsarbeit der Duderstädter Schutzengel ausprobiert. Fazit: Im Straßenverkehr besser nüchtern bleiben!

Zwei neue Rauschbrillen, die einen Rauschzustand nach einem Joint oder nach vier Joints simulieren, sowie ein Parcours mit Duderstädter Wahrzeichen, konnten von den Erlösen aus dem Verkauf des Eichsfeld-Kalenders 2022 angeschafft werden. Entworfen wurde der Duderstadt-Parcours von Susanne Bednorz, Projektmanagerin bei Duderstadt 2030 als Kooperationspartner des Vereins Schutzengel Duderstadt e.V. Zwei weitere Rauschbrillen, die den Zustand mit 0,8 Promille bei Tagessicht und bei Nachtsicht simulieren, hatte der Polizist Dierk Falkenhagen, Präventionsbeauftragter des Duderstädter Polizeikommissariats, zuvor schon für die Präventionsarbeit mit Jugendlichen angeschafft. Diese Utensilien kommen beim Verkehrssicherheitstraining in den siebten Klassen an den weiterführenden Schulen zum Einsatz sowie bei den Schutzengelprojekten für Fahranfänger in den 10. Klassen.

 

Rauschbrillenparcours mit Duderstädter Motiven

 

Der Parcours ist eine stabile, wetterfeste Plane, auf der gekennzeichnete Wege rund um die Duderstädter Sehenswürdigkeiten abzuschreiten sind – möglichst auf der Linie oder auf markierten Punkten und Fußabdrücken. Zwischen Unter- und Oberkirche muss sich der Proband dann einmal umdrehen und sich rückwärts koordinieren. Um auch die Motorik und Reaktionsfähigkeit zu testen, hat Dierk Falkenhagen noch ein paar Pappbecher entlang der Strecke aufgestellt, die eingesammelt werden sollen. Nüchtern und ohne Rauschbrille ist das alles recht einfach. Doch wie sähe das nach einem Bier und der Blutalkoholkonzentration von 0,8 Promille aus?

 

Rauschbrillen zur Simulation eines Rauschzustands

 

Um diesen Zustand zu simulieren, setzen wir die erste Rauschbrille auf – mit Tagessicht. Da wir uns dieser veränderten Wahrnehmung nicht schlückchenweise beim Bier genährt haben, sondern abrupt durch das Aufsetzen der Brille, kommt uns auch die Veränderung schon ziemlich krass vor. Die Konturen unserer Umgebung werden weich und die Farben verzerren sich etwas. Das Laufen auf der Linie traut man sich zwar noch zu, aber das stellt sich leider als fehlerhafte Einschätzung heraus. Die Schritte werden schon etwas breiter, um die Balance zu halten.

Noch schwieriger wird das Ganze mit der Nachtsicht-Simulation. Nun verzerren sich auch die Lichtkegel und die Konturen in der Umgebung verschwimmen ineinander. Die Pappbecher sind kaum zu erkennen, und beim Einsammeln muss man sich schon sehr konzentrieren, um nicht daneben zu greifen.

 

Mit der Simulation von 0,8 Promille bei Nacht ist der Parcours schon schwieriger zu bewältigen

 

Wir testen die Ein-Joint-Simulation. Auch hier bemerken wir weichere Konturen und unsere veränderten Reaktionen, aber der Parcours lässt sich noch einigermaßen gut erkennen und abschreiten, wenn auch verlangsamt. Dennoch: der Unterschied zum nüchternen Zustand ist deutlich.

Letzter Test ist die Vier-Joints-Simulation. Nun wird es komplett unmöglich, den Parcours zu bewältigen. Die Linien schwimmen ineinander und der Fuß tritt nur daneben. Die Punkte in der Kurve um die Sulbergwarte sind nicht mehr als Weg zu erkennen, sondern nur noch als Punkte-Feld ohne ersichtliche Richtung. Und es braucht einige Versuche und Griffe ins Leere, um die Becher einzusammeln – wenn man sie überhaupt findet. Klar wird: Mit vier Joints ist man absolut nicht mehr verkehrstauglich.

„An diese Erfahrungen im Parcours erinnern sich die Jugendlichen besser als an Theorieunterricht. Mit solchen Übungen geben wir einen Input, aber die eigentliche Präventionsarbeit findet im Nachhinein statt, wenn die Jugendlichen sich untereinander austauschen und ihre Erfahrungen verarbeiten“, erklärt Dierk Falkenhagen. Der Duderstadt-Parcours und die Rauschbrillen sollen in Zukunft bei den Projekten zur Verkehrssicherheit, zum Jugendschutz und bei der Drogenprävention zum Einsatz kommen. Möglich sei nach Corona auch ein Einsatz bei Veranstaltungen wie Märkten und Stadtfesten, wo jeder mal den Parcours mit den Rauschbrillen testen könne.

Mehr Infos zur Arbeit der Schutzengel Duderstadt e.V. auf der Webseite: http://www.schutzengel-duderstadt.de/startseite/index.html

 

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