Um Kinderrechte und deren öffentliche Wahrnehmung ging es in einem Projekt der St.-Elisabeth-Grundschule in Duderstadt. Die Ergebnisse wurden von Viertklässlern auf einer großen Schautafel mit QR-Codes zu weiterführenden Infos in der Duderstädter Marktstraße vorgestellt. Auch Bürgermeister Torsten Feike, die niedersächsische Landeskoordinatorin für Kinderrechteschulen, Juliane von Magyary, und mehr als 100 Kinder aller Jahrgangsstufen kamen zur Präsentation.
Die St.-Elisabeth-Schule nimmt im Verbund Süd-Ost-Niedersachsen am Kinderrechteschulen-Programm teil. „In diesem Rahmen hatte eine Befragung aller Schülerinnen und Schüler zum Thema Kinderrechte gezeigt, dass sich zwar alle Kinder an der St.-Elisabeth-Schule gut in die schulischen Entscheidungen eingebunden fühlten, jedoch nicht viel Konkretes über Kinderrechte wussten“, erklärte Schulleiterin Tanja Niederstraßer. Die Lehrerin Marie Grobecker hatte daraufhin das Schulprojekt zum Thema Kinderrechte im Fach Religion des 4. Jahrgangs entwickelt. Die Kinder beschäftigten sich mit der Thematik, malten Plakate und sprachen die in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Artikel in eigener Sprache für insgesamt fünfzehn Hörstationen ein. Diese Audiodateien können nun über QR-Codes auf den Plakaten abgefragt werden.
Bürgermeister Thorsten Feike unterstützte die Aktion und erinnerte daran, dass Kinderrechte in Deutschland zwar im Grundgesetz verankert seien, aber dass sie dennoch nicht überall eingehalten würden. Daher sei die öffentliche Sensibilisierung wichtig. Juliane von Magyary richtete Grüße des niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne aus und lobte die Vorreiter-Position der St.-Elisabeth-Schule als „herausragendes Engagement“ im Kinderrechteschulen-Programm. Bei der sorgfältigen Auseinandersetzung mit der Thematik und der öffentlichen Präsentation der Ergebnisse liege die Duderstädter Schule ganz weit vorn.
Über die Sommermonate sollen die 15 Audiostationen und die dazugehörigen Plakate alle zusammen auf der Schautafel sichtbar bleiben. Im Herbst 2022 werden die einzelnen Plakate auf 15 Stationen über den gesamten Innenstadtbereich verteilt und können dort bei einem Stadtrundgang entdeckt werden.
Internationales Programm: Kinderrechteschulen
Das Kinderrechteschulen-Programm ist ein internationales Programm in Zusammenarbeit mit Unicef, das in vielen Ländern weltweit durchgeführt wird. Ziel ist es, Kinderrechte dauerhaft im Schulalltag zu verankern sowie ein partizipatives und integratives Lernumfeld für alle Kinder zu schaffen. Nachhaltig sollen die Schülerinnen und Schüler ein dauerhaftes soziales Engagement entwickeln sowie ihre Rechte lokal und global einfordern. Im Schuljahr 2020/2021 startete das Kinderrechteschulen-Programm in Niedersachsen mit 38 Pilotschulen, wozu auch die St.-Elisabeth-Schule in Duderstadt gehört.
Im Rahmen des Kinderrechteschulen-Trainings durchlaufen die Projektschulen ein 7-stufiges Programm, bestehend aus Präsenzveranstaltungen, Selbstlern-Einheiten und Aufgaben, die zu erfüllen sind. Nach Abschluss des Programms erhalten alle Pilotschulen im Jahr 2024 vom Kultusminister das Zertifikat „Kinderrechteschule“ überreicht.
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