Es ist „Abendbrotzeit“ im LNS-Park in Duderstadt. Stefani von Westernhagen packt ihren Rollwagen, einen umgebauten alten Kinderwagen, voll mit Tellern, Näpfen, Trinkwasser und Katzenfutter. Als Mitglied im Göttinger Katzenschutz e.V. kümmert sie sich um wild lebende Katzen, die in den Gärten am LNS-Park einen notdürftigen Schutz gegen Regen, Kälte oder auch Hitze gefunden haben.
Ein Grundstück hat die Stadt Duderstadt als „Tierschutzgarten für Tier-, Natur- und Artenschutz“ zur Verfügung gestellt. In einem kleinen Blockhaus lagern Katzenfutter und Utensilien zur Versorgung der „Stubentiger“, die eben keine gute Stube bei Menschen gefunden haben. Vielleicht haben sie auch schlechte Erfahrungen gemacht, waren unerwünscht, wurden vertrieben oder ausgesetzt.

„Einige nicht kastrierte Katzen haben hier ihren Nachwuchs geboren, der dann verwilderte, sofern er überlebte“, nennt Stefani von Westernhagen Gründe für die Katzenpopulation, für die sich niemand außer ein paar Ehrenamtliche verantwortlich fühlt. Die Tiere werden gefüttert und auch gesundheitlich versorgt – von der Wurmkur bis zur Kastration. Seit 2020 nimmt der Göttinger Katzenschutz an den jährlich vom Land Niedersachsen und der Tierärztekammer Niedersachsen initiierten und finanzierten Kastrationsprogrammen teil.
Ein Erfolg bei der Reduzierung verwilderter Hauskatzen zeichnet sich ab. „Wir hatten hier anfangs 24 Katzen. Seit dem Kastrationsprogramm sind es jährlich weniger. Inzwischen sind es nur noch 9 ältere Katzen“, erklärt Stefani von Westernhagen und hofft, dass es auch im Zuge der Veränderungen für die Landesgartenschau 2030 im LNS-Park noch Platz für die wildlebenden Katzen gibt und dass die Kastrationsprogramme weiterhin – wie bisher – vom Landkreis und den Kommunen unterstützt werden. Allein für das Jahr 2025 habe der Verein für die Schützlinge aus Duderstadt und den zugehörigen Ortschaften Tierarztkosten von rund 12.000 Euro gestemmt. Ein Antrag auf zukünftige Unterstützung durch die Stadt Duderstadt und die Kommunen sei bereits gestellt worden, erklärt die Katzen-Betreuerin. Ansonsten finanziert sich der Verein ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Schutzgebühren, Flohmärkte und Teilnahme an Wettbewerben.

Der Göttinger Katzenschutzverein versucht alle streunenden Katzen zunächst einzufangen, medizinisch zu versorgen und kastrieren zu lassen. Falls sich eine Katze mit Zuhause in die Lebendfalle verirrt hat, kann sie durch den Chip und die Registrierung den Besitzern zugeordnet werden. Wenn heimatlose Katzen sich als einigermaßen kooperativ erweisen, kommen sie zu Pflegestellen, wo sie Vertrauen zum Menschen fassen dürfen, bis sie weitervermittelt werden können. Nur die Streuner, die nicht in der Lage sind, Vertrauen aufzubauen und daher als nicht vermittelbar gelten, werden dann als Freigänger beispielsweise im LNS-Park und an weiteren Futterstellen im Landkreis versorgt.

In Duderstadt ist übrigens die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von freilaufenden Katzen, die älter als fünf Monate sind, vorgeschrieben. Das gilt auch dann, wenn jemand eine zugelaufene Katze regelmäßig auf seinem Grundstück füttert. Wer sich nicht an diese Verpflichtungen hält, begeht Ordnungswidrigkeiten, die mit einer Geldstrafe bis zu 5000 Euro geahndet werden können.

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