Duderstadt verabschiedet sich von Regionalkantor Paul Heggemann, der zum Juni 2026 in den Ruhestand geht. Propst Thomas Berkefeld hat sich für den Erhalt des Dienstsitzes des Regionalkantors Süd in Duderstadt ausgespochen, und ab Juni soll die Stelle von einem Nachfolger besetzt werden. Am Pfingstsonntag wird Paul Heggemann zum letzten Mal beim Gottesdienst in der Basilika St. Cyriakus an der Orgel zu hören sein.

Das Bistum Hildesheim hat Paul Heggemann seit 1. März 1991 als Regionalkantor und Orgelsachverständigen für das Untereichsfeld beauftragt. „Als ich angefangen habe, war ich einer von drei Regionalkantoren im Bistum Hildesheim“, erinnert er sich. Er war für die Aus- und Fortbildung nebenberuflicher Kirchenmusiker zuständig. In den vergangenen 35 Jahren habe er rund 50 Personen unterrichtet, zum Teil auch aus dem Nachbarbistum Erfurt. „Hinzu kommen dann noch diejenigen, die ich aus den Kursen kenne, die ich mir in meiner Anfangszeit mit dem Göttinger Pfarrer und Kirchenmusikreferenten Günther Nörtemann aufgeteilt habe“, erzählt er. Einige seiner Schüler seien später ebenfalls hauptamtliche Kirchenmusiker oder Schulmusiker geworden. Paul Heggemann war zudem Organist, Kantor und Chorleiter an St. Cyriakus und für die Ausbildung der Kantoren zuständig.
Eine besondere Bedeutung hatte für ihn die Restaurierung der Creutzburg-Orgel vor 20 Jahren. „Das war ein Meilenstein“, sagt er. Auch viele Gastorganisten seien von dem Instrument begeistert. „Während der Coronazeit habe ich eine Inventarisierung der Orgeln der Kirchen in der Südregion des Bistums vorgenommen. Ein vergleichbares Instrument zur Creutzburg-Orgel findet man in der gesamten Region nicht“, berichtet er. Allerdings gebe es viele historische Orgeln vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.
Die Arbeit als Chorleiter des Propsteichores hat Paul Heggemann ebenfalls viel Freude bereitet. „Die Mitglieder des Chores waren offen für die verschiedenen Musikrichtungen, das hat richtig Spaß gemacht. Und auch menschlich werde ich die Arbeit mit dem Chor vermissen“, erklärt er. Zum Propsteichor gab es in der Vergangenheit mehrfach für besondere Anlässe einen Projektchor. „Aus dem Projektchor sind dann auch immer Sängerinnen und Sänger dauerhaft zum Chor dazugekommen“, erzählt der noch amtierende Regionalkantor.
Weiterhin hat er ein Vokalensemble und einen Kinderchor geleitet. Letzterer wurde aufgrund fehlenden Nachwuchses eingestellt. Voller Freude blickt er auf die Konzertreihe „Kirchenmusik – Oben und Unten“ zurück, die er einst mit Servatius-Kantor Karl Wurm gegründet hat. „Allgemein gab es ein großes Interesse an dem, was ich musikalisch angeboten habe“, berichtet Paul Heggemann, der mit seiner Frau Ende Juni zurückkehrt in seine Heimat am Niederrhein. „Meine Verbundenheit zu Duderstadt wird aber bleiben, und wir planen, immer mal wieder Duderstadt zu besuchen“, sagt er.
Die offizielle Verabschiedung fand am Sonnabend, 25. April, statt. „Sie berühren die Seele der Menschen durch Ihr Spiel“, dankte Propst Thomas Berkefeld. Die Musik sei dabei auch eine Form der Seelsorge. „Ich habe es geliebt, wenn Sie die Orgel gespielt haben und auch, wenn Sie den Chor geleitet haben“, sagte der Propst.
Christina Abel, Pastorin der Duderstädter St.-Servatius-Gemeinde, ging auf die Konzertreihe „Kirchenmusik – Oben und Unten“ ein. „Mit diesen Konzerten habt ihr die tiefe Verbundenheit zwischen oben und unten hörbar gemacht“, sagte sie.
Dr. Stefan Mahr, Referent für Kirchenmusik im Bistum Hildesheim, erinnerte in seinem Grußwort daran, dass in die Amtszeit von Paul Heggemann sowohl die Restaurierung der Creuzburg-Orgel als auch die Renovierung der Basilika St. Cyriakus gefallen seien. Der verabschiedete Regionallkantor dankte allen für die lobenden Worte und insbesondere Altpropst Wolfgang Damm für seinen einstigen Einsatz für die Stelle des Regionalkantors in Duderstadt.
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