Nach aufwändigen Umbauarbeiten und mit neuer Konzeption wurde das Bienenhaus unter dem Titel „Bienenwelten – Vielfalt entdecken“ der Heinz Sielmann Stiftung auf Gut Herbigshagen feierlich eröffnet. Pünktlich zu den Osterferien 2026 kann es nun von allen Generationen genutzt werden, um Spannendes über die knapp 600 Bienenarten in Deutschland – und natürlich über die Honigbiene – zu erfahren.
Carolin Ruh, Vorständin der Heinz Sielmann Stiftung, begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter Sponsoren, Unterstützer und MitarbeiterInnen, im Naturerlebniszentrum auf Gut Herbigshagen, bevor es dann gemeinsam hinüber ging in die neuen „Bienenwelten“.

Das alte Bienenhaus war in die Jahre gekommen und stand schließlich leer, seit das alte Imkerpaar Wüstefeld sich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Doch statt eines Abrisses haben sich Vorstand und Stiftungsrat für eine Neukonzeption und umfangreiche Sanierung entscheiden. Carolin Ruh betonte, dass dieses kostspielige Projekt ohne die Unterstützung der Sponsoren – darunter das EU-Programm LEADER, der Landkreis Göttingen, die BINGO-Umweltstiftung, die Sparkassenstiftung Untereichsfeld und die Stadt Duderstadt – nicht umzusetzen gewesen wäre. Dazu kamen auch einige private Spenden. „Gut Herbigshagen steht seit jeher für lebendige Umweltbildung. Mit den Bienenwelten stärken wir diesen Standort als außerschulischen Lernort und investieren bewusst in die Bildung kommender Generationen“, erklärte die Vorständin.
Dr. Fritz Brickwedde, Vorsitzender des Stiftungsrates der Heinz Sielmann Stifung, gab zum Auftakt ein paar Einblicke in die Lebenswelten der Bienen und den dramatischen Bestandsrückgang bei vielen Wildbienenarten. „Deshalb ist es uns so wichtig, mit dem neu gestalteten Bienenhaus praktisches Wissen über diese Tiere zu vermitteln und das Bewusstsein für ihren Schutz zu stärken“, betonte er.

Dr. Michael Glatthaar vom LEADER-Regionalmanagement Göttinger Land erklärte: „Die ‚Bienenwelten‘ zeigen beispielhaft, wie regionale Förderung nachhaltige Bildungsprojekte ermöglicht. Gerade Projekte, die Naturerleben und Umweltbildung verbinden, sind wichtig, um Menschen langfristig für den Schutz unserer Natur- und Kulturlandschaften zu gewinnen.“ Vom EU-Förderprogramm LEADER wurden 100.000 Euro für das Bienen-Projekt bewilligt. 10.000 Euro brachte der Landkreis Göttingen als Kofinanzierer mit ein.
Annelore von Hof kam mit Kristina Ebert, Verantwortliche für Biodiversität der Stadt Duderstadt, stellvertretend für Bürgermeister Thorsten Feike zur Eröffnung. Sie betonte, wie sehr die Wild- und Honigbienen seit jeher mit der Eichsfelder Kulturlandschaft verbunden seien. „Gemeinsam mit der Sparkasse Duderstadt freuen wir uns, dass wir dieses Projekt als Förderpartner mit ermöglichen konnten“, sagte sie. Die Sparkassenstiftung Untereichsfeld ist Tochter der Sparkasse Duderstadt und wurde bei der Eröffnung durch Vorstandsmitglied Marc Rothaupt vertreten. Die Stadt Duderstadt und die Sparkassenstiftung Untereichsfeld haben das Projekt gemeinsam mit 11.000 Euro gefördert.

Für die BINGO Umweltstiftung, die sich mit 60.000 Euro beteiligte, lobte Jascha Wieck das zu neuem Leben erwachte Bienenhaus als „Lernort für die Zukunft“, wo Artenschutz gefördert werde, aber Kinder und Jugendliche auch praktisch aktiv werden könnten. „Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet, Menschen zu befähigen, Verantwortung zu übernehmen. Die ‚Bienenwelten‘ vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch konkrete Handlungsperspektiven – genau das begrüßen und unterstützen wir als Bingo-Umweltstiftung“, sagte Jascha Wieck.
Alle Beteiligten freuten sich zudem über die zügige Umsetzung des Projektes. Der Duderstädter Architekt Holger Kwoczek und die beauftragten Baufirmen konnten die Umbau- und Sanierungsarbeiten in der geplanten Zeitspanne von sieben Monaten abschließen.

Carolin Ruh lobte besonders das Engagement ihrer Mitarbeiterin und Bienenwelten-Projektleiterin Dorothea Witte, die sich extra für das neue Konzept „summendes Klassenzimmer“ zur Imkerin ausbilden ließ und von Dr. Hannes Petrischak, Leitung Geschäftsbereich Sielmanns Naturlandschaften und ausgesprochener Bienen-Experte, beraten und unterstützt wurde. Mit der Gestaltung des Bienenhauses wurde das Atelier Papenfuss aus Weimar beauftragt. Produktdesigner und Illustrator Florian Meier verband dabei Handwerk mit seiner künstlerischen Ader. Die farbenfrohe und auch Kinder ansprechende Wandgestaltung erzählt selbsterklärend die Geschichte des Lebens der Bienen. Infotafel vermitteln weiteres Hintergrundwissen. In der Mitte das Raumes steht ein ebenfalls in solider Handarbeit hergestellter Tisch, der viele Möglichkeiten zum Entdecken und Lernen bietet. In einem kleinen „Kino“ sind Filmausschnitte zu sehen, die aus der „Sendung mit der Maus“ zur Verfügung gestellt wurden und Wissenswertes über die Bienen kindgerecht vermitteln. In einem zweiten Raum befindet sich die „Imkerküche“, die ebenfalls für kreative Workshops zur Verfügung stehen kann.

Das gesamte Konzept verbindet Wissensvermittlung und praktisches Erleben. Das „summende Klassenzimmer“ soll zukünftig sowohl von Kita-Gruppen und Schulklassen genutzt werden, kann aber auch von Familien und Menschen jeden Alters besucht werden, um mehr über die Lebensräume von Wild- und Honigbienen zu erfahren und damit Einblicke in die Zusammenhänge des Artenschutzes zu erhalten.
„Vielleicht haben wir eines Tages sogar einen eigenen Bienenstock. Dafür und für den Aufbau von Hochbeeten, die wir dann mit ‚Bienennahrung‘ bepflanzen würden, suchen wir ebenfalls noch Sponsoren“, warf Carolin Ruh schon einen Blick auf weitere Zukunftspläne für die „Bienenwelten“. Die Hochbeete sollten dann direkt an der Terrasse am Bienenhaus entstehen. Die Terrasse könne zudem als offener Unterrichtsraum genutzt werden.

Während der Öffnungszeiten des Naturerlebniszentrums auf Gut Herbigshagen ist das Bienenhaus für alle Besucherinnen und Besucher frei zugänglich.
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