„Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe“ ist nicht nur ein Zitat von Baladine Klossowska, der späten Geliebten Rainer Maria Rilkes, sondern auch der Titel des literarischen Essays von Julia Franck. Gemeinsam mit Schauspieler Christian Berkel näherte sich die Autorin dieser kraftraubenden Künstlerbeziehung beim Göttinger Literaturherbst im Duderstädter Rathaus.
1902 lernte die Malerin Baladine Klossowska den Dichter Rainer Maria Rilke kennen, und ihr Briefwechsel dauerte bis zu seinem Tod 1926. Julia Franck erzählte von der Liebe Baladines, die allerdings erst mit wohlwollendem Interesse, dann mit Mitleid erwidert wurde, und die sich in ihrem Schmerz in eine obsessive Besessenheit verwandelte. Rilke wurde von Baladine Klossowska zum anbetungswürdigen Gott erhoben.
Christian Berkel, der nicht nur als Schauspieler bekannt ist, sondern auch eine Reihe Hörbücher, darunter Werke von Rilke, eingesprochen hat, las Passagen aus dem Buch „Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe – Rilkes letzte Geliebte“. Zum Ende der Lesung kam ein neuer Aspekt dazu, nämlich Rilkes offen bekundeten antisemitischen Äußerungen, die von der Jüdin Klossowska offensichtlich ignoriert wurden.
Im Anschluss hatte das zahlreich erschienene Publikum die Möglichkeit, sich das Werk von Julia Franck signieren zu lassen oder Christian Berkel um ein Autogramm zu bitten. Die Duderstädter Buchhandlung Gebr. Seseke hatte dazu einen Büchertisch vorbereitet.
Der Göttinger Literaturherbst 2026 bringt noch bis zum 5. November Literatur und Hintergründe auf zahlreiche Bühnen in der Region. Das komplette Programm gibt es bei literaturherbst.com.
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