„Hier leben wir!“ – Fotoausstellung mit digitalen Mitteln im KulturKloster geht auch bei Corona

In Coronazeiten sind die Bedingungen für Kunst- und Kulturprojekte besonders hart. Aber mit Kreativität und einem neuen Konzept konnte die Vernissage mit den Ergebnissen aus dem Schüler*innen-Fotoworkshop „Hier leben wir!“, initiiert vom Duderstädter KulturKloster, trotzdem stattfinden.

 

Mit Perspektivwechsel soll die Umgebung gespiegelt werden

 

Seit Herbst 2019 hat im Ganztagsangebot des Eichsfeld-Gymnasiums (EGD) der Fotoworkshop mit der Duderstädter Fotografin Iris Blank stattgefunden. Unter dem Motto „Hier leben wir!“ sind die Jugendlichen in Duderstadt auf Motivsuche gegangen. Themenschwerpunkte des Workshops waren aber auch Ästhetik, Perspektivwechsel, Technik, Bildbearbeitung und Ausdruck über Bildsprache. Dabei sind Fotos zu unterschiedlichen Themen sowie einige Freiarbeiten der Jugendlichen entstanden, die mit einem besonderen, manchmal auch kritischen Blick ihre Umgebung spiegeln.

Um trotz Corona eine Vernissage durchführen zu können, wurde die Ausstellung in drei Teile gegliedert, erklärte Katrin Oldenburg, Leiterin des KulturKlosters: In einem digitalen Bilderrahmen im Schaufenster des KulturKloster konnten einige Bilder der Jugendlichen freigeschaltet werden. Die sollen auch zu der ab Sonntag, 28. Juni 2020, geöffneten Ausstellung im Duderstädter Heimatmuseum hinführen. Dort werden an den Wochenenden weitere Fotos aus dem Workshop in größerem Format präsentiert. Als dritter Teil der öffentlichen Sichtbarkeit werden Fotos auf der neuen Webseite des KulturKlosters zu sehen sein. Das Sponsoring für den Workshop und den digitalen Bilderrahmen übernahm die VR Bank Mitte.

 

Mit Duderstädter Netzwerken werden schulergänzende Möglichkeiten für junge Kunst und Kultur geschaffen. Horst Bonitz, Thomas Nebenführ, Sandra Kästner, Sr. Ingeborg, Thorsten Feike und Katrin Oldenburg (v.l.)

 

Bei der Freischaltung des digitalen Bilderrahmens vor dem KulturKloster waren nicht nur die Jugendlichen und die Fotografin Iris Blank anwesend. Von der Stadt Duderstadt waren Bürgermeister Thorsten Feike, der Kulturbeauftragte Horst Bonitz, die Leiterin des Heimatmuseums Sandra Kästner, außerdem Schwester Ingeborg Wirz, Geschäftsführerin der Stiftung der Ursulinen als Initiatorin des Kulturklosters, und EGD-Schulleiter Thomas Nebenführ gekommen.

„Wahrnehmung gehört zur ästhetischen Erziehung, Perspektivwechsel führt dazu, dass man nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst anders wahrnimmt“, sagte Thomas Nebenführ. Er sieht in der Initiative des KulturKlosters, kulturelle Bildung im ländlichen Raum zu fördern und dabei regionale Netzwerke zu schaffen und zu nutzen, ein großes Potenzial auch für den schulergänzenden Bereich. „Wir können nicht alles selbst auf den Weg bringen, es hilft sehr, wenn solche Workshops außerhalb der Schule angeboten werden und das schulische Angebot erweitern“, sagte Thomas Nebenführ.

 

Im Schaufenster des KulturKlosters in der Duderstädter Marktstraße 70 wird der digitale Bilderrahmen präsentiert

 

Thorsten Feike lobte ebenfalls das gut funktionierende Netzwerk zwischen regionalen Einrichtungen wie KulturKloster, EGD, städtisches Heimatmuseum und Fotografin vor Ort. Schwester Ingeborg ergänzte: „Der Workshop bot auch eine Anleitung, mehr zu sehen und achtsam zu werden.“ Sandra Kästner warb für die weiterführende Ausstellung im Heimatmuseum, wo die ausgedruckten Bilder eine besondere Wirkung erzielten. Zu den gezeigten Themen gehören Eindrücke aus Duderstadt aus persönlichen Blickwinkeln, Jahreszeiten und schließlich auch Corona und Maskenpflicht. 

Iris Blank sagte rückblickend auf den Fotoworkshop, der größtenteils im Winter stattgefunden hatte, bevor Corona vieles veränderte: „Es ist schwerer zu fotografieren, wenn kaum natürliches Licht vorhanden ist. Trotzdem haben alle sehr gute Ergebnisse erzielt.“

 

Die Jugendlichen bei der Ausstellungseröffnung mit ihrer Workshop-Leiterin Iris Blank

 

Und was sagen die Jugendlichen? Warum haben sie am Workshop teilgenommen?

Betty: „Ich wollte nicht nur mit dem Handy fotografieren, sondern etwas über die Einstellungen der Kamera und über die Technik lernen.“

Marina: „Ich wollte meine Grundkenntnisse auffrischen und fand vor allem die Perspektivwechsel spannend.“

Neele: „Ich konnte vorher mit der Technik nicht viel anfangen und wollte mehr darüber lernen.“

Sarah-Luise: „Mir haben die Themenschwerpunkte gut gefallen. Man nimmt die Stadt anders wahr und achtet auch im Alltag auf die Dinge.“

Tristan: „Mit Technik, Helligkeit, Perspektive und Bildbearbeitung kann man selber bestimmen, wie die Bilder wirken sollen.“

Emma: „Ich fand es spannend, was man verändern und ausdrücken kann, wenn man die Fotos bearbeitet.“

Michelle: „Ich habe vor allem Interesse an Landschaften und Porträts. Ich habe viel darüber gelernt, was ich über Weite und Kontrast erreichen kann.“

Um den Foto-Workshop „Hier leben wir!“ abzuschließen, haben die Teilnehmer*innen von Katrin Oldenburg eine Blume erhalten, themenbezogen mit blau-gelben Schleifchen, den Farben Duderstadts.

 

ClanysEichsfeldBlog Duderstadt KulturKloster Fotoworkshop

 

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