Der Heimatverein Goldene Mark Untereichsfeld lädt ein zu einem Vortrag unter dem Titel „Starker Kaffee, hohe Kultur und moderater Katholizismus – Tagebuch einer Kutschreise der Duderstädterin Anna Gesina Gödecke im Jahr 1839“. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 29. Oktober 2026, im Ursulinenkloster in Duderstadt statt. Beginn ist um 18.30 Uhr. Es referiert Hans-Jörg Geste aus Marbach. Der Eintritt ist frei.
Zum Hintergrund informiert Hans-Jörg Geste, pensionierter Geschichtslehrer und ehemaliger Landeskundebeauftragter Baden Württemberg:
Die Duderstädterin Anna Gesina Goedecke, eine gebildete Frau und ehemalige Sklavin aus Surinam, reist 1839 mit der Postkutsche von Duderstadt nach Dessau zu ihrem Verwandten, dem in Duderstadt geborenen Priester Franz Küstner. Darüber verfasst sie ein kleines Reisetagebuch. Man blickt hier wie durch ein „Schlüsselloch der Geschichte“ und erfährt, was die 30-jährige Frau auf der Reise gegessen und getrunken hat, wie sie am Zielort ihren Haushalt / Alltag organisiert, eingekauft und ihre Freizeit gestaltet hat. Selbst ihre allgemeine und religiöse Einstellung, ihre Mentalität wird sichtbar. Ihre Ausflüge ins heutige Gartenreich Dessau-Wörlitz notiert sie minutiös, manchmal kommen wehmütige Rückblicke auf ihre Jugend in Surinam. Das Reisejahr 1839 ist recht interessant, da es eine Überschneidung der Verkehrsmittel Postkutsche und Eisenbahn zeigt. Davon gibt die technikinteressierte Frau ebenfalls Zeugnis. Der Referent Hans-Jörg Gerste stellt an diesem Abend das Reisetagebuch erstmals öffentlich vor.
Titelbild: Kopie vom Medaillon um 1828 der Anna Gesina Gödecke
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