Erste Verleihung des Eichsfelder Schulpreises: Regionale Themen rücken in den Fokus von Seminarfacharbeiten

Im historischen Ambiente von Schloss Bischofstein in Lengenfeld unterm Stein wurde im Juni 2026 erstmals der Eichsfelder Schulpreis verliehen. Dabei belegte Ina Rhode, Schülerin des Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt (EGD), den zweiten Platz nach dem Siegerteam vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium Lengenfeld unterm Stein. Auf den dritten Platz kam das Team vom St.-Josef-Gymnasium Dingelstädt.

Zahlreiche Gäste aus Bildung, Politik und Wirtschaft nahmen an der Preisverleihung teil, darunter Thüringens Bildungsstaatssekretär Bernd-Uwe Althaus, der Landtagsabgeordnete Jonas Urbach, Vertreter der VR-Bank Mitte eG, des Staatlichen Schulamtes Nordthüringen, des Geographischen Instituts der Georg-August-Universität Göttingen sowie die jeweiligen Schulleitungen und Angehörige.

Auseinandersetzung mit Geschichte und Zukunftsfragen

Der Wettbewerb wurde von dem HVE-Vorsitzenden und Vorsitzenden des Heimatvereins Goldene Mark Gerold Wucherpfennig sowie Dr. Tobias Reeh und Dr. Steffen Möller vom Geographischen Institut der Georg-August- Universität Göttingen ins Leben gerufen. Ziel des Eichsfelder Schulpreises ist es, regionale Themen stärker in den Fokus der Seminarfacharbeiten zu rücken und junge Menschen für Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Zukunftsfragen des Eichsfeldes zu sensibilisieren. „Gleichzeitig soll die Auseinandersetzung mit der Region das Heimat- und Regionalbewusstsein stärken.“, sagte Gerold Wucherpfennig.

Für den ersten Wettbewerbsdurchgang entstanden an den beteiligten Gymnasien insgesamt 49 Seminarfacharbeiten mit Eichsfeld-Bezug. Jedes Gymnasium konnte seine drei besten Arbeiten einreichen. Insgesamt wurden zehn Facharbeiten bei der Bewertungskommission vorgelegt und die besten drei für das Finale nominiert. Bereits im Vorfeld wurden die schriftlichen Arbeiten durch eine Fachjury bewertet. Dieser gehörten Gerold Wucherpfennig, Dr. Steffen Möller (Geographisches Institut der Universität Göttingen), Florian Hartleib (VR-Bank Mitte eG), Matthias Hampe (Staatliches Schulamt Nordthüringen) sowie Sigrid Seifert (Verein für Eichsfeldische Heimatkunde) an. Die mündliche Präsentation der Schülerinnen und Schüler am 18. Juni floss mit weiteren 50 Prozent in die Gesamtwertung ein. Die Punktzahlen lagen dabei äußerst eng beieinander, was die hohe Qualität aller eingereichten Arbeiten unterstreicht.

Vielfältige regionale Themen

Die drei Finalisten präsentierten ihre Projekte jeweils in einem 15-minütigen Vortrag vor Jury und Gästen. Die Seminarfacharbeit von Fabienne
Bartholomäus, Laura Hellbach, Lena Schmidt und Emily Schneider vom St.-Josef-Gymnasium Dingelstädt hatte den  Titel „Die Herausforderungen und Lösungsansätze für Schülertransporte mit dem Bus in der Umgebung von Dingelstädt unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsaspektes“. Die Gruppe untersuchte aktuelle Probleme im Schülerverkehr und entwickelte ein eigenes Konzept für Verbesserungen im Busverkehr. Die Arbeit belegte den dritten Platz.

Ina Rode vom Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt ging in ihrer Arbeit der Frage nach, wie der Wiedervereinigungsbrunnen in Duderstadt heute in der lokalen Gesellschaft wahrgenommen wird. Im Mittelpunkt standen Aspekte der Erinnerungs- und Geschichtskultur im Eichsfeld. Als besonderen Eigenanteil führte sie Befragungen zur Wahrnehmung und den Erinnerungen der Bevölkerung an den Brunnen durch. Sie landete auf dem zweiten Platz.

Das Siegerteam war die Seminarfachgruppe Maximilian Mähler, Mika Stütze und Philip Müller vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium Lengenfeld unterm Stein. Ihre Arbeit „Schloss Bischofsheim und seine Bedeutung im Wandel der Zeit“ beschäftigte sich mit der Frage, wie Geschichte und Bedeutung des Schlosses für die Region bewahrt und zeitgemäß vermittelt werden können. Im praktischen Teil entwickelten die Schüler einen Audioguide, der insbesondere jungen Menschen einen modernen Zugang zur Geschichte des Schlosses ermöglicht.

Preisgelder für besondere Leistungen

Die Sieger erhielten Preisgelder in Höhe von 1.000 Euro für den ersten Platz, 600 Euro für den zweiten Platz sowie 400 Euro für den dritten Platz, gesponsort von der VR Bank Mitte eG. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Schulband des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Lengenfeld unterm Stein unter der Leitung von Barbara Hilpert.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des ersten Wettbewerbsdurchgangs habe sich der Eichsfelder Schulpreis bereits als wichtiger Beitrag zur regionalen Bildungslandschaft etabliert, meinten die Initiatoren. „Die eingereichten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und kreativ sich junge Menschen mit ihrer Heimatregion auseinandersetzen und dabei wertvolle Impulse für die Zukunft des Eichsfeldes geben können“, so HVE Vorsitzender Gerold Wucherpfennig.

Titelbild: Preisverleihung 1. Eichsfelder Schulpreis (Foto Breuer, HVE)

 

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