Eine gemeinsame Frühjahrstagung veranstalteten die Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung e.V. (ASH) und der Heimatverein Goldene Mark (Untereichsfeld) e.V. im Kolping Ferienparadies Pferdeberg bei Duderstadt. Neben persönlichem Austausch standen vor allem mehrere Vorträge im Fokus.
Nach der Begrüßung der Mitglieder und Gäste durch Dr. Gudrun Pischke, Vorsitzende der ASH, und Gerold Wucherpfennig, Vorsitzender des Heimatvereins sowie des HVE Eichsfeld Touristik e.V., referierte der Ahnenforscher Jürgen Giebenrath aus Northeim über die rund 400-jährige Geschichte der Familie Kep(p)ler. Die wohl bekanntesten Familienmitglieder sind der Astronom Johannes Kepler (1571 – 1630) und seine Mutter Katharina Kepler (1547 – 1622), die als kräuterkundige Frau der Hexerei beschuldigt wurde und nur durch die Vermittlung ihres einflussreichen Sohnes der Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen entgehen konnte. Da der Name Kep(p)ler auch im Eichsfeld stark verbreitet sei, könne davon ausgegangen werden, auch hier Verbindungen zu der einst aus Süddeutschland stammenden Familie zu finden, meinte Jürgen Giebenrath.
Zum Thema „Entdeckungsreise Eichsfeld: Zur Bedeutung des Kulturerbes und der Naturschätze für die Entwicklung einer nachhaltigen Tourismusdestination“ fasste Prof. Dr. Ulrich Harteisen (HAWK Göttingen) zunächst die Potenziale des Eichsfelds zusammen, die nicht nur für die Lebensqualität vor Ort entscheidend sind, sondern auch im Tourismus an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören Naturschutzgebiete und Naturparks, das Grüne Band gleichermaßen als Erinnerungs- und Naturlandschaft, eine für Wanderer und Radfahrer attraktive Mittelgebirgslandschaft sowie ein breitgefächertes Kulturerbe mit historischen Altstädten, Klöstern, Burgen, Kirchen und Museen. Und auch „Event-Tourismus“, also Stadt- und Naturführungen, Wallfahrten, Themenmärkte und im vergangenen Jahr der Deutsche Wandertag, steigere den Bekanntheitsgrad des Eichsfelds über seine Grenzen hinaus. Ziel sei es, all die Potenziale zu bündeln und in buchbare Angebote zu transferieren. Das gelinge beispielsweise durch eine verbesserte Zielgruppenansprache innerhalb der Medienvielfalt. Der HVE Eichsfeld Touristik e.V. sei hier schon auf guten Wegen, doch auch die Anbieter vor Ort wie Gastronomie oder Kulturveranstalter, seien gefragt.
Einblicke in den „Eichsfelder Schulpreis – Hintergründe, Veranlassung und Vorgehensweise“ gab Gerold Wucherpfennig in seinem Vortrag. Auf Initiative des HVE haben die Schülerinnen und Schüler der sieben Eichsfelder Gymnasien die Chance, mit ihrer Seminarfacharbeit in der Oberstufe den Eichsfelder Schulpreis zu gewinnen – erstmalig 2026. Voraussetzung ist, dass ein Themenbezug zum Eichsfeld gegeben ist. Ziel ist es dabei, in der jungen Generation Identifikation und Regionalbewusstsein zu stärken.
Infos: Eichsfelder Schulpreis
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