Offensichtlich gibt es zunehmend Probleme bei der Entsorgung von gebrauchten Textilien. Da der Altkleidermarkt zusammengebrochen ist, haben das DRK und andere Institutionen in und um Duderstadt ihre Altkleidercontainer abgebaut. In der Bevölkerung herrscht Verwirrung, und an den ehemaligen Container-Standorten werden immer noch Altkleidersäcke abgelegt. Wohin also mit den Textilien? Und wer übernimmt die Entsorgung?
„Im Landkreis Göttingen bestehen seit Jahren bewährte gemeinnützige sowie auch gewerbliche Sammelsysteme. Diese Strukturen stehen jedoch, wie auch andere Bereiche, seit einiger Zeit unter starken internationalen Markteinflüssen. In der Folge ist der internationale Altkleidermarkt weitgehend eingebrochen. Verschiedene Marktteilnehmer haben ihre Tätigkeiten eingestellt. Dadurch werden Containerstandorte teilweise aufgegeben, was bei vielen Bürger*innen zu Verunsicherung führt“, informiert die Pressestelle des Landkreises Göttingen auf Anfrage.
Kosten für Container sind höher als Einnahmen
Diese Entwicklungen bestätigen auch die Ehrenamtlichen vom DRK Kreisverband Duderstadt. Bei der Jahreshauptversammlung im Dezember 2025 erklärte Schatzmeister Michael Peschla: „Die Erträge aus der Altkleiderverwertung beliefen sich im Jahr 2023 noch auf rund 34.000 Euro, im Jahr 2024 lagen sie bei rund 16.000 Euro und 2025 nur noch bei rund 5.000 Euro.“ Gründe dafür seien die geringer werdende Nachfrage und Insolvenzen bei den Verwertungsfirmen. Zudem müsse ein Großteil der abgegebenen Kleidung wegen minderwertiger Qualität entsorgt werden. Die Erlöse aus der Altkleidersammlung waren bisher der Arbeit des DRK zugute gekommen. Doch inzwischen sinken diese gen null. Auf der anderen Seite verursacht das Instandhalten und Entleeren der Container Kosten, die viele gemeinnützige Vereine nicht mehr stemmen können. Daher sind die meisten Container bereits abgebaut worden.
Weitergeben statt wegwerfen
Wohin nun also mit den gebrauchten Textilien? Dazu erklärt die Pressestelle des Landkreises: „Im Optimalfall sollten gut erhaltene, noch brauchbare Textilien wenn möglich direkt weitergegeben werden, zum Beispiel über Kleiderbörsen, digitale Plattformen, Sozialkaufhäuser, Secondhand-Angebote oder andere gemeinnützige Kleidersammlungen. So bleiben tragfähige Kleidungsstücke am längsten im Kreislauf.“ In Duderstadt können gut erhaltene Kleidungsstücke im Kleidershop des DRK oder im FAIRKAUF-Laden der Caritas während der Öffnungszeiten abgegeben werden.
Anders sieht es aus mit nicht mehr trag- oder nutzbaren Textilien. Seit Januar 2025 gilt auch im Landkreis Göttingen das Kreislaufwirtschaftgesetz. Damit ist der Landkreis als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger verpflichtet, ein Sammelsystem für Alttextilien vorzuhalten. Entsprechende Sammelcontainer stehen auf den Recyclinghöfen während der jeweiligen Öffnungszeiten kostenfrei zur Verfügung. Bestehende Sammelsysteme dürfen und sollten aber weiterhin aufrechterhalten bleiben.
Mülltrennung auch bei Textilien beachten
Wichtig ist außerdem die richtige Trennung: In die Container gehören nur wiederverwendbare Alttextilien wie Bekleidung, Schuhe, Accessoires, Bettwaren und Heimtextilien – sauber, trocken und möglichst in Säcken verpackt. „Stark verschmutzte, kontaminierte, verschimmelte oder von Ungeziefer befallene Textilien gehören in den Restabfall. Textilien mit eingebauten elektrischen Funktionen (z. B. leuchtende Schuhe oder Pullover) sind über die Elektroaltgeräte-Sammlung zu entsorgen“, informiert der Landkreis.
Nachhaltig einkaufen
Auch die Bevölkerung kann ihren Beitrag leisten, um Textilmüll zu vermeiden. Billigwaren bleiben meistens nur kurze Zeit in Form, zerschleißen schnell und bestehen oft aus umweltschädlichen Materialien. Hochwertige Textilien aus natürlichen Materialien sind lange tragbar, können weitergegeben werden, falls sie nicht mehr passen, und sind recyclebar. Mit einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit beim Einkaufen können auch Verbraucher*innen mehr Verantwortung übernehmen.
Weitere Informationen: landkreisgoettingen.de
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