Falkner Thomas Andres päppelt verletzte Waldohreule auf – Zu Ostern darf sie wieder fliegen

Das diesjährige Osterfest ist auch für eine junge Waldohreule ein Grund zur Freude. Der Falkner Thomas Andres aus Nesselröden hatte das verletzte Tier in Pflege genommen. Inzwischen hat sich die Eule gut erholt und kann am Fundort ausgewildert werden.

„Ich bekam einen Anruf, dass ein großer fauchender und schnappender Vogel in einem Garten gefunden wurde. Da wurde ich neugierig“, erzählt Thomas Andres und machte sich mit Handschuh, Handtuch und Karton auf den Weg zum Fundort. Dort angekommen, dauerte es ca. 30 Minuten bis er den Vogel mit dem hängenden Flügel eingefangen hatte – eine etwa 1,5 Jahre alte Waldohreule, wie sich herausstellte. Auch oberhalb des Schnabels hatte sie eine Verletzung, daher lag die Vermutung nahe, dass die Eule irgendwo kollidiert war – und letztlich Glück im Unglück hatte, dass sie gefunden wurde. Denn als flugunfähige Jägerin hätte sie sich nicht mehr selbst ernähren können.

 

Verletzte Waldohreule (Foto: Andres)

 

„Erst einmal ging es zum Tierarzt. Nach dem Abtasten der Brust wurde eine Prellung festgestellt. Der Flügel wurde geröntgt und fixiert, um ihn ruhigzustellen. Zum Glück war nichts gebrochen“, erklärt Thomas Andres. Er nahm das Tier zur weiteren fachgerechten Pflege mit nach Hause, ließ es aber erst Mal in Ruhe, damit sich die Eule von der ganzen Aufregung erholen konnte.

Ein Falkner hat natürlich auch artgerechtes Futter in der Kühltruhe. Viele Wildvögel sind Fleischfresser. „Manche Leute finden einen Vogel, den sie dann mit Körnerfutter selbst aufpäppeln wollen, und wundern sich, dass er nichts frisst“, sagt der Nesselröder und empfiehlt, mit dem Tier lieber gleich zum Tierarzt oder zum Vogelexperten zu fahren.

Beim Füttern eines ausgewachsenen Greifvogels ist Vorsicht geboten. „Zuerst hat die Eule gefaucht und kräftig zugegriffen. Auch der Schnabel tut schon weh, wo er landet“, sagt Thomas Andres. Nach ein paar Tagen hatte sich das Tier an den Menschen mit dem Futter gewöhnt. Der Flügel erholte sich und der Appetit der Eule wurde größer. „Nach einer Woche habe ich die Fixierung gelöst. Der Schwung des Flügelschlags war gleichmäßig und kräftig. Die Prellung am Brustbein war abgeschwollen“, sagt der Falkner.

 

Falkner Thomas Andres hat die Waldohreule gesund gepflegt

 

Zu Ostern wird die Waldohreule in geeigneter Umgebung in der Nähe des Fundortes ausgewildert. „Ein toller Anblick, wenn solch ein schöner Vogel wieder seine Freiheit genießen kann“, schwärmt Thomas Andres, der, wie viele Falkner in ganz Deutschland, ehrenamtlich Wildvögel aufpäppelt und gesund pflegt. Allerdings empfiehlt er auch, nicht gleich jeden Vogel, der in freier Wildbahn scheinbar „verlassen“ herumsitzt sitzt, einzusammeln. „Die Jungvögel wechseln von der Nestlingszeit, wo sie im Nest gefüttert werden, in die Ästlingszeit, wo sie mit ersten Flugversuchen Nest oder Horst verlassen und in der Umgebung von den Elterntieren weiter gefüttert werden. So einen Jungvogel sollte man einfach in Ruhe lassen“, empfiehlt der Falkner.

 

 

Brut- und Setzzeit ab 1. April

In Niedersachsen beginnt die Brut- und Setzzeit am 1. April. Wildtiere sollen in der Aufzuchtzeit ihrer Jungen nicht gestört werden. Einige Tiere haben ihren Nachwuchs schon bekommen, andere weibliche Tiere sind hochtragend. Zudem gibt es zahlreiche heimische Vogelarten, die zu den Bodenbrütern gehören wie Enten, Gänse, Rebhühner oder Lerchen. Daher sind Hunde beim Gassigehen anzuleinen.

 

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