Engagement mit leisen Tönen: Finn in Duderstadt

Die Duderstädter Kneipenszene ist zurzeit ja etwas dünn besiedelt. Kleine Live-Konzerte mit guter, handgemachter Musik in gemütlicher Club-Atmosphäre gibt es trotzdem: beim Optiker. David Gerlach, Geschäftsführer bei Draeger + Heerhorst, hat den Singer/Songwriter Finn eingeladen. Der kam dann auch und hat sein neues Album „Was bleibt“ bei einem Sofakonzert im Brillengeschäft vorgestellt.

Bei Rocken am Brocken haben sich David Gerlach und Finn kennengelernt. Die ruhigen authentischen Songs des Gitarristen gefielen dem Augenoptikermeister, und er fragte mal an, ob der Musiker auch nach Duderstadt kommen würde. „Ja klar“, war die Antwort.

„Duderstadt kannte ich bis dahin noch nicht, aber ich freue mich, hier zu sein“, sagte Finn, der mit seiner Gitarre zum Sofakonzert unplugged von Berlin ins Eichsfeld gereist ist. Aufgewachsen ist er in Fischerhude, einem kleinen Künstlerdorf bei Bremen. „Ich habe fünf Geschwister, und in meiner Familie wurde schon immer Musik gemacht. Wir haben Bands gegründet und in Musicals mitgemacht, und in jedem Jahr veranstalten wir ein Weihnachtskonzert, zu dem rund 300 Leute kommen“, erzählt Finn.

 

Finn präsentiert im Optikergeschäft bei Draeger + Heerhorst ein Sofakonzert

 

Als Solokünstler bevorzugt er allerdings die kleinen „Wohnzimmer- oder Sofakonzerte“, die in Großstädten schon seit einigen Jahren im Trend liegen, und inzwischen auch in ländlichen Gegenden Beachtung finden – eben dort, wo das Kneipensterben auch die Auftrittsmöglichkeiten für Solokünstler verringert. Privatpersonen können Musiker oder Bands buchen und erhalten ein Konzert in den eigenen vier Wänden. „Das ist spannend und auch ganz anders als ein Club-Konzert. Man kommt in den Privatbereich völlig fremder Leute und man weiß nie genau, worauf man sich einlässt. Bisher wurde ich aber immer sehr herzlich empfangen. Die Leute haben ja gebucht, wollten also, dass man kommt“, beschreibt Finn die kleinen Privatkonzerte. Das Besondere sei die intime Nähe zu den Gastgebern und zum Publikum. „Ich gehe immer mit Vertrauen auf die Menschen zu. Misstrauen haben wir schon genug in der Welt“, sagt Finn. Das Echo auf dieses Vertrauen sei meist positiv.

Sein neues Album „Was bleibt“ ist im Oktober 2019 erschienen.  Seine Lieder sind persönliche Fragmente, beschreiben Gefühle, Zwischenmenschlichkeit, Verluste, und auch ein wenig Sozialkritik klingt an. „Natürlich wünsche ich mir, mit vielen kleinen Dingen einen Anstoß zu geben. Das kann jeder tun, und die Welt würde ein bisschen besser werden“, sagt Finn. Manchmal sind seine Anstöße auch etwas größer. Er engagiert sich für das Hilfsprojekt Viva con Aqua und hat mit einem 100-Meilen-Lauf 3000 Euro an Spenden gesammelt.

 

Zwei, die sich engagieren: Finn und David Gerlach

 

David Gerlach gibt ebenfalls Anstöße: „Ich möchte mehr Kultur für die junge Generation im Eichsfeld schaffen. Das Team von Duderstadt 2030 tut schon viel dafür, aber da müssten noch viel mehr Leute mitziehen“, wünscht sich der Optiker, der sich ebenfalls sozial engagiert, zum Beispiel mit einem Hilfsprojekt in Malawi. „In Duderstadt müssen viel mehr Leute eine Bühne kriegen“, sagt David Gerlach und lässt den Worten Taten folgen. Finn hat er gleich nochmal eingeladen, auch mit seinem nächsten Album nach Duderstadt zu kommen.

Zunächst startet aber am 23. November die große Party zum 150. Geburstag von Draeger + Heerhorst um 22 Uhr in der Musikwerkstatt, Industriestraße 17. Tickets dafür gibt es im Vorverkauf ab 13. November im Laden in der Marktstraße. Kunden können sich eine personalisierte Eintrittskarte kostenfrei abholen. Bei allen Tickets sind vier Freigetränke inklusive.

 

ClanysEichsfeldBlog Finn Sofakonzert DraegerUndHeehorst

 

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