Eichsfeld-Tourismus boomt: Ferienticker, Radwegenetze und gezieltes Marketing des HVE

Der Tourismus im Eichsfeld boomt, der Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld (HVE) hat längst reagiert: Ein erweitertes Tourismus-Konzept präsentiert die Besonderheiten der Region auf moderne und ansprechende Weise. Dass die Themenschwerpunkte auch noch hervorragend in Coronazeiten passen, sei reiner Zufall gewesen, sagt HVE-Geschäftsführerin Ute Morgenthal. Rund um die Rad- und Wanderwege sollen verstärkt die drei Alleinstellungsmerkmale des Eichsfelds sichtbar gemacht werden: Kulinarik (traditionelle Kost aus regionalen Produkten), lebendiger Glaube (Wallfahrten, Pilgerwege, Besinnung auf Lebenswerte) und Grünes Band (Bewahrung der Natur, Verknüpfung mit der Geschichte).

 

„Gelebter Glaube“ im Eichsfeld zieht auch viele Reisende auf der Suche nach Ruhe und Besinnlichkeit an. Hier die Einweihung des sanierten Kreuzwegs in Immingerode.

 

Am 13. Juli 2020 ist der HVE vom Freistaat Thüringen als Destination Management Organisation (DMO) anerkannt worden. Das heißt: Der HVE gilt als eine Dachorganisation für die zentrale Vermarktung und Koordination touristischer Angebote im Eichsfeld sowie als Netzwerkpartner für benachbarte Tourismusregionen. Die Kooperation der Anbieter – von Gastronomie über Museumsbetreiber bis zu Veranstaltern – ist jedoch freiwillig. Daher ist es auch Ziel der DMO, die unterschiedlichen Interessensvertreter an einen Tisch zu bringen und dementsprechend breitgefächerte Marketing-Konzepte zu entwickeln.

 

Ausflugsziele mit Gastronomie, wie das Restaurant Graf Isang am Seeburger See, sind beliebt bei Einheimischen und Touristen

 

In den vergangenen Monaten hat sich schon viel getan beim HVE, auch dank des Azubis Moritz Lange, der sich besonders um die digitale Präsentation der Angebote kümmert. So hat der HVE auf seiner Webseite damit begonnen, die Sehenswürdigkeiten des Eichsfelds und der nahen Umgebung in virtuellen Rundgängen vorzustellen und mit einem Imagefilm die Ausflugsziele und Freizeitangebote im Eichsfeld zu bewerben. Diese virtuellen Präsentationen sollen nach und nach erweitert werden. „So sollen nicht nur Touristen auf unsere Angebote und Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht werden. Die besten Botschafter für das Eichsfeld sind die Einheimischen“, wirbt Ute Morgenthal auch für Wochenendausflügler, das Eichsfeld zu erkunden oder ein Feedback abzugeben, was noch verbessert werden könnte.

 

Erlebnis von Natur und Geschichte im Eichsfeld: Wanderreiter am Grünen Band am Grenzlandmuseum.

 

„Manchmal müssen die Ausschilderungen nachgebessert werden, oder bei Radwegen fehlt vielleicht noch ein Hinweis auf die Vernetzung zu weiteren Radwegen“, sagt der HVE-Vorsitzende Gerold Wucherpfennig und verweist auch gleich auf das neueste Projekt, das nach zweijähriger Planungsphase im September 2020 fertiggestellt wird: Der Leine-Rhume-Hahle Radweg verbindet die drei Landkreise Eichsfeld, Göttingen und Northeim und führt über insgesamt 142 Kilometer entlang der drei genannten Flüsse, ist also ohne nennenswerte Steigungen auch für Nicht-E-Bikes bequem zu bewältigen. Gefördert wurde der neue Radweg durch das LEADER-Projekt (EU-Förderung für ländliche Entwicklung) und verbindet sich mit schon vorhandenen Wegenetzen wie dem Kanonenbahnradweg.

 

Logo für den neuen Leine-Rhume-Hahle-Radweg, der im September eröffnet wird, aber jetzt schon befahrbar ist.

 

Damit die attraktiven Angebote im Eichsfeld überhaupt gesehen und gefunden werden, hat der HVE zunehmend in effektive Werbekampagnen, Flyer, Aufkleber, Broschüren und Auftritte auf Messen investiert. Gute Wirkung habe auch eine großformatige Eichsfeld-Werbung auf der Starßenbahn in Erfurt erzielt, sagt Ute Morgenthal. Geplant ist ein ähnliches Konzept nun in Hannover. „Die meisten Besucher kommen aus dem Norden Deutschlands. Genau dort muss das Eichsfeld als Reiseziel sichtbar werden“, sagt die Geschäftsführerin. Ein weiteres Werbe-Highlight für die Region ist das Eichsfeld-Spiel „Eine Runde auf Eichsfelds Grunde“. Mit 1000 weiteren Exemplaren geht es in die dritte Auflage. Die beiden ersten mit insgesamt 2500 Exemplaren seien ausverkauft, sagt Gerold Wucherpfennig. Die Neuauflage ist bei regionalen Buchhändlern, in den Tourist-Informationen oder direkt beim HVE zu erhalten, so lange der Vorrat reicht.

 

Eichsfeld-Werbung auf öffentlichen Verkehrsmitteln soll demnächst auch in Hannover sichtbar sein

 

Der Trend zum Urlaub in Deutschland wurde schon durch die Klimadiskussion gepusht und erhält nun durch die Corona-Pandemie weiteren Aufwind. „Wir merken das ganz deutlich. Viele Ferienwohnungen sind ausgebucht, täglich werden Prospekte verlangt, bei Messungen an Radwegen sehen wir einen deutlichen Zuwachs und auch die Gastronomie profitiert“, sagt Ute Morgenthal. Gasthöfe, Cafés etc. seien jedoch heute nicht mehr überall zu finden oder haben nur noch an den Wochenenden göffnet. Auch darüber habe man sich im HVE Gedanken gemacht. Ziel sei nun, auch die Bäckereien und Fleischereien mit ins Boot zu holen und an den Wander- und Radstrecken darauf hinzuweisen, wo es belegte Brötchen und Getränke zu kaufen gibt.

Für die Sommerzeit hat der HVE sechs Familienangebote als Ferien-Ticker zusammengestellt, die auch für Kinder attraktiv sind. Märchenpark, Bärenpark, Naturpark, Kinderbauernhof und vieles mehr gibt es im Eichsfeld zu entdecken.

 

Erlebnisspielplatz am Naturparkzentrum Fürstenhagen

 

Flyer zum neuen Leine-Rhume-Hahle-Radweg:

 

 

 

(Titelbild: Gerold Wucherpfennig, Moritz Lange und Ute Morgenthal vom HVE)

 

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