300 Euro an die Igelherzen Nordthüringen – Danke an alle Kalenderkäufer für ihre Spende

Beim Verkauf unseres Eichsfeld-Kalenders 2024 sind über 200 Euro an Spenden zusammengekommen. Wir haben die Summe auf 300 Euro aufgerundet, und Hans-Jürgen Peter hat den Spendenscheck an Sandra Reichmann, Vorsitzende der Igelherzen Nordthüringen e.V., überreicht. Mit dabei war der kleine Leonard, ein Jungigel, der – wie so viele andere – mitten im Winter krank und hungrig in einem Garten gefunden wurde. Dank gilt all jenen, die über den Kauf unseres Eichsfeld-Kalenders mitgeholfen haben, die Igelherzen Nordthüringen zu unterstützen.

„Alle Igel, die um diese Jahreszeit draußen herumlaufen, sind Intensivpatienten“, erklärt Sandra Reichmann. Denn nicht ohne Grund verlassen die Igel ihr warmes Nest, wo sie eigentlich Winterschlaf halten sollten. Vielleicht wurde ihr Schlafplatz zerstört oder sie haben schon im Herbst nicht genug zu fressen gefunden, um sich ein Winterpolster anzulegen. Oder übermäßiger Parasitenbefall zehrt an der Kraft. Der kleine Leonard wog Anfang Januar nur 545 g, seine Lunge brodelte, er hatte Flöhe und extremen Wurmbefall. Zum Glück hat er sich Menschen gezeigt, die ihn bemerkten und zur Igelstation brachten.

 

Der kleine Leonard ist auf dem Weg der Genesung

 

Lange stand sein Leben auf der Kippe, doch dank intensiver Betreuung, der tierärztlich abgestimmten Medikamentengabe und Rundum-Pflege ist der kleine Igel nun auf dem Weg der Besserung, hat auch schon zugenommen und bringt inzwischen 700 g auf die Waage. Es besteht also große Hoffnung, dass er im Frühjahr wieder gesund in die Freiheit entlassen werden kann. Leonard ist ein Beispiel für viele Igel, die bei den Igelherzen Nordthüringen aufgepäppelt und wieder ausgewildert werden, um im nächsten Frühjahr hoffentlich den Bestand der inzwischen gefährdeten Tiere zu sichern.

Der Igel ist Tier des Jahres 2024

Der Igel ist ein Kulturfolger, hält sich also gern in der Nähe von Menschen auf, um zum Beispiel in Komposthaufen Maden, Larven und Asseln zu finden, die auf seinem Speiseplan stehen. Da aber zurzeit Gärten im Trend liegen, die mit Schotter, Kunstrasen und Komplettversiegelung weniger Arbeit versprechen (was übrigens ein Irrglaube ist), gibt es dort auch weniger Lebensräume für Insekten, die wiederum Nahrung für Igel, Vögel und viele andere kleine Fleischfresser sind. All diese Tiere sind wichtig für ein gesundes Ökosystem.

Doch nicht nur der Schwund an Nahrung und Nistmöglichkeiten, auch der Straßenverkehr und verschiedene Gartengeräte bringen vielen Tieren den Tod. Von Herstellern wird zwar versprochen, dass z.B. der Sensor am Mähroboter einen Igel erkennen würde, allerdings rollen sich die Tiere bei Gefahr zusammen. Die verstümmelten Igel in den Auffangstationen sprechen Bände. Da sich verwundete Igel zurückziehen, werden viele erst zu spät oder auch gar nicht gefunden. Zwar sind Igel nachtaktiv, wenn sie allerdings unter Hunger, Krankheiten oder starkem Parasitenbefall leiden, sind sie auch tagsüber unterwegs. Daher nützt es wenig, den Mähroboter nur am Tag laufen zu lassen – auch da kann er Igel erwischen. Wer eine Motorsense nutzt, sollte zumindest vorher unter den zu mähenden Flächen nachsehen, ob sich keine Igel versteckt haben.
Laubbläser fegen die Nahrungsquellen der Igel im Herbst fort, denn im Laub überwintern auch Insekten und Würmer. Laubsauger gehen sogar noch ein Stück weiter und erledigen alle darin überwinternden Insekten gleich mit. Es hilft schon, etwas Laub in einer geschützten Ecke des Gartens oder als Mulch und Frostschutz auf den Beeten liegen zu lassen. Der Igel ist im Herbst darauf angewiesen, Winterspeck anzufuttern, der ihn im Winterschlaf nährt und wärmt.

 

Der Igel in seinem natürlichen Lebensraum (Foto: Pixabay)

 

Wer wirklich weniger Arbeit im Garten haben will, kann einfach etwas seltener mähen und so manches Wildkraut als Nahrungsquelle für viele Lebewesen stehen lassen. Insektenfreundliche Wiesen, Ecken mit Totholz, Benjeshecken und Laubhaufen bieten zahlreichen Tieren einen Lebensraum. Je nach Witterung kann ab September/Oktober Futter für die spät geborenen Jungigel aufgestellt werden. Das industriell hergestellte Igelfutter ist allerdings ungeeignet. Besser ist hochwertiges Katzenfeuchtfutter ohne Soße und Gelee oder auch Katzentrockenfutter mit hohem Fleischanteil. Igel vertragen kein Getreide, keine Haferflocken und keine Milch. Ausnahme ist eine spezielle Aufzuchtmilch für mutterlose Igelbabys.

 

Die Igelstation “Igelherzen Nordthüringen e.V.” in Kirchworbis freut sich über weitere Unterstützung:
Spendenkonto
VR-Bank Altenburger Land / Deutsche Skatbank eG
IBAN: DE92 8306 5408 0005 2211 61

 

ClanysEichsfeldBlog Duderstadt Spendenaktion Igelhilfe

 

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